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Geschichte der chirurgischen Klinik

Bild der Stiftungsurkunde

"Zukunft braucht Herkunft" (O.Marquard)

Die Chirurgische Klinik blickt auf eine 200 jährige Geschichte nach Gründung des Fuldaer Landkrankenhauses am 13. Oktober 1805 (Stiftungsurkunde vom 22.10.1805), aus welchem die Klinikum Fulda gAG hervorgegangen ist, zurück. Am 21.06.1806 wurde der Grundstein für den in Erweiterung eines vorbestehenden Hospitals innerhalb des Kapuzinerklosters an der Florengasse erstellten Neubaus des „Landkrankenhaus“ zu Fulda (Wilhelmshospital; Architekt: Professor Wenzeslaus Coudray) gelegt. In der französischen Besatzungszeit von 1806–1815 wurde das Krankenhaus nicht als Kriegslazarett sondern wahrscheinlich vielmehr zur Versorgung der Bevölkerung genutzt. Aufgrund der Vereinbarungen im Rahmen des Wiener Kongresses wurde das alte Fürstbistum Fulda durch den Staatsvertrag vom 5. Februar 1816 unter Kurhessen, Weimar und Bayern aufgeteilt.

Bild von Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau

Leitfigur für das Krankenhaus aber auch die Chirurgie war u. a. Professor Vinzenz Adelmann, der als Wundarzt am 17.04.1806 per Erlass des Erbprinzen Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau berufen wurde. Adelmann wurde am 13.01.1780 in Würzburg geboren, studierte dort Medizin und absolvierte seine chirurgische Ausbildung bei Professor Johann Barthel von Siebold am Julius-Hospital Würzburg. Er wurde „zum Mitgliede des Fürstlichen Medicinal-Collegiums für das chirurgische Fach und zum Wundarzte bey der Landkranken-, Entbindungs- und Irrenanstalt mit dem Character einer Professur dergestalt gnädigst ernannt, daß er dabey die clinische Professur zu versehen und sich dem zufolge dem Unterrichte und dem Anziehen junger Ärzte und Wundärzte, wie auch dem Hebammen-Unterrichte zu unterziehen haben soll“.

Nach Mitteilung des am Landeskrankenhaus tätigen Dr. Kaib vom 16. September 1807 an die Stadtpolizei-Commission konnten „nach der Erklärung von Professor Adelmann die chyrurgischen Collegien diesen Winter“ fortgesetzt werden. Es existierte also offensichtlich schon vor 1805 eine sog. Chyrurgenschule in Fulda, über welche jedoch keine Aufzeichnungen meines Wissens nach bekannt sind. 1816 erhält Adelmann jeweils einen Ruf nach Brüssel bzw. Weimar, die er nach Neuverhandlungen mit der hessischen Regierung jedoch absagt. Während seiner Tätigkeit in Fulda beantragte Professor Adelmann 1832 „ein besonderes Local für die Operationen“, welches durch die Regierung genehmigt wurde. Dies ist als Hinweis auf erste strukturierte chirurgische Tätigkeit zu werten. Der weitere Aufstieg bis hin zur Ernennung zum Geheimen Medizinalrat am 17. Mai 1844 geschieht parallel zu seinem überregionalen Bekanntheitsgrad insbesondere als Geburtshelfer. Adelmann wurde 1848 von dem in Fulda am 27. Juli 1805 geborenen Dr. Ignaz Wiegand als hauptamtlicher Landkrankenhausarzt gefolgt. Wiegand verstarb am 2. März 1868, seine Nachfolge wurde von Dr. Peter Franz Kind übernommen und bis 1886 fortgesetzt.

  • Luftbild
  • Bild von Herrn Gunkel

Mit dem Amtsantritt des Berliner Chirurgen Dr. Paul Gunkel im Jahre 1904 wurde der allgemeinen Entwicklung einer zunehmenden Spezialisierung nicht zuletzt durch die inzwischen gegründeten medizinischen Fachgesellschaften Rechnung getragen. Gunkel hatte seine Ausbildung in der Hedwigs-Klinik Berlin bei Professor Rotter erhalten, nachdem er vorher ein Jahr in der Pathologie bei Professor Virchow, einem der bedeutensten Mitbegründer der klinischen Pathologie, tätig war. Als erste medizinische Spezialisierung wurde eine Chirurgische Klinik etabliert, dennoch war Gunkel als ärztliche Leitung der gesamten Klinik anfangs auch für die Innere Abteilung zuständig. Sukzessive erfolgte unter Gunkel eine schrittweise Modernisierung im internen Klinikbetrieb mit Einrichtung von Notdiensten, Wochenenddiensten und der weiteren Etablierung von medizinischen Disziplinen wie Innere Medizin, Gynäkologie und Kinderklinik. Urologische Fragestellungen wurden durch den konsiliarisch hinzugerufenen, renommierten Dr. Gerhard Schneider aus Bad Brückenau übernommen. Unter Gunkel wurden Appendektomie, Cholezystektomie und viele andere Operationen mehr zu Standardeingriffen ebenso wie er grundlegende Erkenntnisse und Innovationen in der Krankenhaushygiene fortschrittlich umsetzte. Grundlage dafür war die Neigung Gunkels, einen regen Wissensaustausch, u. a. besuchte Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch die Fuldaer Chirurgische Klinik, zu pflegen.

Obermedizinalrat Dr. Paul Gunkel übergab die Klinikleitung am 1. Juli 1938 an Prof. Dr. Engelhard Hertel, zu diesem Zeitpunkt war die Klinik in eine Chirurgische Abteilung, eine Innere Klinik, eine Geburtshilfe und Gynäkologie, eine Kinderklinik, eine Augenklinik und eine Hals-Nasen-Ohren-Klinik subspezialisiert. Hertel war Mitarbeiter von Professor Küttner in Breslau und zuletzt Oberarzt unter Professor Coenen an der Chirurgischen Universitätsklinik Münster.

Luftbild vom Klinikum

Von 1945 bis 1947 leitete Dr. Franz Hartmann die Klinik. In dieser Phase hatte die Stadt Fulda eine weitere Subspezialisierung der Chirurgischen Klinik mit Einrichtung einer Abteilung für Orthopädie und Unfallheilkunde unter Leitung von Dr. Hanns Streckfuß umgesetzt. Im Mai 1947 kehrte Dr. Hertel an die Fuldaer Klinik zurück und leitete die Klinik bis 1963. Er etablierte in dieser Zeit moderne Operationstechniken wie Speiseröhrenoperationen oder Mageneingangsoperationen durch den Brustraum unter gleichzeitiger Einführung der Apparatenarkose mit Intubation.

Im Spannungsfeld der Gesundheitspolitik kam es im externen Bereich zur Übertragung der Trägerschaft und damit auch der Finanzierung der sog. Landeskrankenhäuser an die unmittelbar betroffenen Städte und Landkreise. Diese Entwicklung resultierte neben der steten Expansion des Krankenhausbetriebes in einer Umbenennung in „Städtisches Krankenhaus“ zum 150jährigen Bestehen des Krankenhauses im Jahre 1955.

1963 übergab Professor Dr. Engelhard Hertel die die Geschicke der Chirurgischen Klinik, die inzwischen 120 Betten umfasste, an Prof. Dr. Hans Reitter, ein Schüler von Professor Bauer in Heidelberg sowie Professor Derra in Düsseldorf. Die Schwerpunkte umfassten die Abdominalchirurgie mit spezieller „Betonung“ von Magen- und Gallenwegschirurgie, Thoraxchirurgie, Gefäßoperationen und Tumorchirurgie. Reitter war maßgeblich als Ärztlicher Direktor an der Planung des 1976 fertiggestellten Neubaus des Städtischen Klinikum an der Pacelliallee beteiligt. Unter seiner Führung kam es 1971 zur Einrichtung einer Urologischen Klinik unter Leitung von Prof. Dr. Planz.

Reitter gestaltete den Neuaufbau einer modernen Chirurgie weiter: Im Rahmen einer Gesamtentwicklung wurden in dieser Phase im gesamten Klinikum und damit auch in der Klinik für Allgemeinchirurgie eine „intermediate care station“, eine sog. Wachstation eingerichtet, die zu einer sukzessiven Entspannung von postoperativen Intensiv- überwachungskapazitäten auf der anästhesiologisch (Professor Dr. Dölp) geführten Interdisziplinären Intensivstation führte. Ferner etablierte er eine weitere Subspezialisierung der Chirurgischen Klinik entsprechend den Forderungen einer rasanten Innovationswelle in den einzelnen Fachgebieten sowie der Fachgesellschaften. Neben einer Klinik für Allgemein- und Abdominalchirurgie wurde eine Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (Prof. Dr. Th. Stegmann) 1984 mit Reitters Nachfolge realisiert.

  • Bild von einem OP-Team
  • Bild einer Konferenz
  • Bild des Aufenthaltsraumes

Von 1984 bis 2003 wurde die Klinik von Professor Dr. Rumpf, der zuvor als Oberarzt an der Medizinischen Hochschule in Hannover unter Professor Dr. R. Pichlmayr tätig war, geleitet. Es kam zu einer Weiterentwicklung der Klinik in Anpassung an die aktuellen Veränderungen des medizinischen Wissensstands. Ein wesentlicher Meilenstein war die Einführung der minimal invasiven Chirurgie Anfang der 90iger Jahre

Mit Neuberufung des amtierenden ärztlichen Direktors Priv.-Doz. Dr. A. Hellinger wurde die Abteilung entsprechend den Richtlinien der Landesärztekammern in „Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie“ umbenannt. Zuvor war Hellinger nach einem USA Aufenthalt an der University of Wisconsin (Madison, Wisconsin) als Geschäftsführender Arzt an der Klinik für Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie/ Transplantationszentrum der Universitätsklinik Marburg unter Leitung von Herrn Prof. Dr. med. M. Rothmund tätig. Die Klinik hat nunmehr in Erweiterung des Leistungsprofils ihre Schwerpunkte in der gastroenterologischen, der onkologischen, der endokrinen und der minimal-invasiven Chirurgie. Gerade in der endokrinen Chirurgie wurden Spezialverfahren, die an nur wenigen anderen Kliniken in Deutschland etabliert sind, eingeführt wie eine Gewebebank (Kryokonservierung) sowie intraoperative Hormonbestimmungen im Rahmen neuer minimal invasiver Operationstechniken. Neben den Universitätsklinika Giessen/Marburg und Frankfurt wurde die Klinik von der Deutschen Stiftung für Organtransplantation als regionales Organspendeteam anerkannt im Bereich der Transplantationschirurgie Priv. Doz. Dr. A. Hellinger war langjährig Vorsitzender der Komission "Organentnahme" in der Region Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) sowie Mitglied des Fachbeirates. Es werden in diesem Zusammenhang seit 2004 in ganz Hessen durch die Spezialisten der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Organentnahmen durchgeführt.

Für viele dieser chirurgischen Spezialisierungen ist die Klinik heute überregionales oder nationales Ausbildungszentrum und ist dafür von der Landesärztekammer Hessen zertifiziert. Insbesondere im Bereich der minimal-invasiven gastroenterologischen-onkologischen Chirurgie werden Live-Operationen und Konferenzschaltungen zu internationalen Kongressen durchgeführt.

Die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie intensiviert die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Kliniken und schafft dafür die kommunikativen Voraussetzungen an Hand der Erfordernisse des Datenschutzes. Durch das umfassende medizinische Angebot der Klinikum Fulda gAG mit jeweils fachlich und wissenschaftlich ausgewiesenen Klinikdirektoren besteht überhaupt die Möglichkeit zu einer, von den Fachgesellschaften geforderten, abteilungsübergreifenden Behandlung von Patienten.

Beispiel dafür ist die von der Landesärztekammer Hessen zertifizierte und ausgewiesene chirurgisch-gastroenterologisch-onkologische Konferenz, in welcher alle Patienten mit einer bösartigen Erkrankung (z.B. des Magen-Darm-Traktes) in Gegenwart von allen Spezialisten (Onkologe, Chirurg, Internist, Radiologe, Strahlentherapeut, Psychoonkologe, Nuklearmediziner und bei Bedarf Vertreter anderer Fachrichtungen) besprochen werden und verbindlich eine individuelle Therapie festgelegt wird. Dadurch wird eine dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung und den individuellen Bedingungen des Patienten entsprechende Therapie geplant und sichergestellt.

Im November 2005 wurden der Sekretariatsbereich inkl. abteilungsinternem Controlling- und Dokumentationsbereich und der ärztliche Bereich in eine mit Landesmittel (duale Finanzierung) fertig gestellte Aufstockung in die 3. Etage räumlich verlagert. Diese Maßnahme resultierte in einer weiteren Konzentration von Prozessen und Abläufen im administrativen Bereich.

Seit 2006 ist die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie nach DIN ISO 9001 durch den TÜV Süd zertifiziert und erfüllt damit alle Kriterien eines Qualitätsmanagements. Selbstverständlich ist in der Praxis das Resultat die Bildung von Führungszirkeln sowie Qualitätszirkeln als Grundlage für ein kontinuierliches Verbesserungsmanagement.

Standard ist dabei auch eine regelmäßige Morbiditäts- und Mortalitätskonferenz als Grundstein für Qualitätssicherungsmaßnahmen in der Patientenversorgung. Dies wurde in einem zweiten Schritt ab 01/2006 durch ein in das bestehende Krankenhausinformationssystem implementiertes Risk-management System, welches speziell in Kooperation mit der Abteilung für Datenverarbeitung entwickelt wurde, ergänzt. In diesem Zusammenhang wurde ein eigener abteilungsinterner Bereich für medizinische Dokumentation und Qualitätssicherung, geführt von zwei vollzeitig tätigen medizinischen Dokumentationsassistentin, neu eingerichtet.

Die herrausragende Stellung des Klinikum Fulda wird weiter unterstrichen durch verschiedene Zentrenbildungen in Kooperation mit internen und externen Fachexperten:

Das Klinikum Fulda ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als 1. Darmzentrum in Hessen im Jahr 2006 ziertifiziert worden. Hierbei wird durch externe Überprüfung eine Qualitätskontrolle bei der Behandlung von Patienten mit Darmkrebs sichergestellt, sodass eine Behandlung auf höchstem Niveau unter Einbeziehung aller internen und externen Kooperationspartner für alle Patienten im Klinikum Fulda sichergestellt ist. 2009 wurde das Darmzentrum und damit die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie als treibende Kraft durch die Aktion Lebensblicke für die beste Öffentlichkeitsarbeit deutschlandweit im Rahmen der Prävention von Darmkrebs ausgezeichnet.

Im Januar 2008 wurde die Renovierung der Station 3A fertiggestellt. Diese Station ist im Umfeld nachhaltig beachtet und hat durch einen hohen Grad an Funktionalität sowie Hotelatmosphäre Vorbildcharakter sowohl für Patienten-komfort als auch für Mitarbeiterzufriedenheit, Ablauforganisation und Logistik.

Grundsätzlich bleibt unverändert unser wichtigstes Ziel, aktiv und kontinuierlich an der interdisziplinären Weiterentwicklung teilzuhaben und für die uns anvertrauten Patienten Optimales auf dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft zu leisten.  

Ich bedanke mich auch im Namen meiner Mitarbeiter für Ihr Interesse an unserer Klinik und verbleibe mit den besten Grüßen.

Priv. Doz. Dr. A. Hellinger, EBSQ

Allgemein- und Viszeralchirurgie

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