Medizinisch-Technische Ausstattung
Räumliche und apparative Ausstattung
Infrastruktur
In einer interdisziplinären Notaufnahme wird darauf geachtet, „gehfähige“ Patienten (sog. „walking emergencies“), also Selbsteinweiser oder Hausarztpatienten und vom Rettungs- und Notarztdienst zugewiesene „liegende“ Patienten getrennt aufzunehmen. Eine entsprechende bauliche Maßnahmen optimiert den Patientenfluss. Bei der Neukonzeptionierung der Interdisziplinären Notfallaufnahme des Klinikums Fulda wurde auf eine ausreichende Anzahl an Behandlungsplätzen geachtet, damit mehrere parallel eintreffende Patienten versorgt werden können. Während Selbsteinweiser nach einer initialen Einschätzung der Vitalgefährdung häufig noch in einem Wartebereich untergebracht werden können, werden liegend zugeführte Patienten regelhaft direkt an einem Behandlungsplatz mit Monitoringkontrolle aufgenommen. Hierzu stehen in der interdisziplinären Notaufnahme 7 Akutbehandlungskabinen und 6 Betten im Kurzliegerbereich zur Verfügung. Alle Behandlungsplätze sind mit Sauerstoffanschlüssen, Überwachungsmonitoren, multifunktionelle Behandlungsliegen, Infusionsständern, Pflegearbeitswagen und EDV-Arbeitsplätzen nach dem modernsten Standard ausgestattet. Für jeden Bereich der Interdisziplinären Notaufnahme stehen Notfallwagen zur Behandlung akuter Notfälle unmittelbar zur Verfügung. Für schwersterkrankte oder –verletzte Patienten sind in den beiden Schockräumen 2 speziell ausgestattete Behandlungseinheiten verfügbar, die auch intensivmedizinische Maßnahmen (z.B. Beatmung, Herzkreislauftherapie, invasive Kreislaufüberwachung) unmittelbar ermöglichen. Die Ausstattung der Schockräume entspricht dabei beispielsweise den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) für die initiale Versorgung von 2 schwerverletzten (polytraumatisierten) Patienten.
Abbildung: Aufbau der Interdisziplinären Notaufnahme, Klinikum Fulda, gAG (Stand Oktober 2009)
Bildgebende Diagnostik
In der Interdisziplinären Notaufnahme stehen 2 Sonographiegeräte zur bildgebenden Diagnostik des Bauchraumes, des Brustkorbes und des Herzens zur Verfügung. Darüber hinaus benötigen rund 20% der Patienten der Interdisziplinären Notaufnahme eine besonders eingehende Untersuchung mittels des bildgebenden Verfahrens der Computertomographie. Der in unmittelbarer Nähe zum Schockraum der Interdisziplinären Notaufnahme vorhandene Computertomograph, als hochmoderne bildgebende Diagnostikeinheit der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, ist nicht nur für Traumapatienten, sondern auch für andere vital gefährdete Patienten (z. B. Schlaganfall, Lungenembolie, Aortendissektion) von wesentlicher Bedeutung. Konventionelle Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs bzw. des Bauchraumes werden in der naheliegenden Klinik für Radiologie angefertigt. Unser Pflegepersonal übernimmt den fachgerechten Transport zur Bildgebung und zurück. In speziellen Fällen kann die Röntgenuntersuchung des Brustkorbes auch direkt in einer der Akutbehandlungsplätzen erfolgen.
Medizinisch-Technische Ausstattung
Neben der persönlichen Qualifikation jedes behandelnden Arztes ist die medizin-technische Ausstattung der Interdisziplinären Notaufnahme von besonderer Bedeutung. Im folgenden wird eine Auswahl von Instrumenten zur modernen Diagnostik und Behandlung von Notfallpatienten aufgezeigt:
- Überwachungsmonitoring mit Kapnographie
- 12-Kanal-Elektrokardiogramm
- Defibrillator
- Invasive und nicht-invasive Blutdruckmessung
- Ohrthermometer und Blasentemperaturmessung
- Perfusorensystem
- Absaugeinheiten
- Hot Line, Wormtouch
- Beatmungsgerät für Invasiven Beatmung und Nicht-Invasiven Beatmung (NIV)
- Transport-Beatmungsgerät (klinikinterne Transporte)
- Blutgasanalyse mit Methämoglobin und Carboxyhämoglobinmessung
- Sonographiegerät der neusten Generation mit Segment-, Linear- und Sektorschallkopf
- (Gefäß-)Doppler
- vernetztes Röntgenbildbetrachtungssystem (PACS)
- vernetztes Laborsystem
- intraossäres Punktionssystem
Mit der vorgehaltenen Ausstattung können einerseits die Vitalfunktionen (Atmung, Beatmung, Circulation) gesichert werden und der Patient einer weiterführenden Diagnostik zugeführt werden.




