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Leistungen und Schwerpunkte

  • Blasen-Tumoren
    Wir führen alle Formen der operativen und – in Kooperation mit der Tumorklinik – medikamentösen Blasentumortherpie (Chemotherapie) durch. Dies sind die transurethrale Tumorresektion (TUR-B),Zystektomie und Harnableitung, z.B.orthotoper Ileum- oder Ileocoecal-Harnblasen-Ersatz, kontinente, katheterisierbare Ileocoecalpouches (Mainz-Pouch), modifizierte Ureterosigmoidostomie (Mainz-Pouch II), Ileum Conduit, Colon Conduit, Ureterocutaneostomie.       

    In den letzten 15 Jahren haben wir ca. 700 radikale Blasenentfernungen wg. Blasenkrebs vorgenommen.  Bei ca. 300 Patienten/Patientinnen waren kontinente Harnableitungen, d.h. Harnableitungen ohne dauerhafte Beutelversorgung, möglich. Dabei handelt es sich um Ileum-Neoblasen, die an die Harnröhre angeschlossen werden oder um einen sog. Mainz-Pouch I. Dieses Reservoir wird über den Nabel katheterisiert, wobei der Ausgang in der Tiefe des Nabeltrichters liegt und von außen nicht sichtbar ist. Angesichts des zunehmenden Alters der Patienten mit fortgeschrittenem Blasenkrebs ist die am häufigsten angewandte Form der Harnableitung die Anlage eines Ileum-Conduits mit Urinausgang und Beutelversorgung. Bei sehr alten Patienten oder Hochrisikopatienten wird gelegentlich auch die Implantation der Harnleiter in die Haut vorgenommen (Ureterokutaneostomie). Bei der von uns verwandten Harnleiterimplantationstechnik (nach Wallace) sind revisionsbedürftige Harnstauungsnieren extrem selten. 
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  • Prostata-Karzinom
    Die kurative Standardtherapie des Prostatakrebses ist die radikale Prostatektomie suprapubisch deszendierend (per Bauchschnitt), selten perineal (per Dammschnitt). In frühen Stadien kann der Eingriff mit sehr gutem Erfolg auch potenzerhaltend durchgeführt werden. Zudem führen wir in selektionierten Fällen auch die Brachytherapie des Prostatakarzinoms durch. Hierbei werden ultraschallgesteuert dauerhaft Strahlenquellen in die Prostata eingepflanzt. Zudem besteht in unserem Hause die Möglichkeit der perkutanen Strahlentherapie (Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie). Für fortgeschrittene Erkrankungsstadien stehen die antihormonelle Therapie, die Chemotherapie, moderne Medikamente wie Zytiga (Abirateron) und Xtandi (Enzalutamid) sowie die Therapie mit Xofigo (Alpharadin Radium 223) zur Verfügung.

    Zur Entscheidungsfindung hinsichtlich der optimalen Therapieform bieten wir gemeinsam mit den Kollegen der Klinik für Strahlentherapie und Radionkologie eine Prostatakarzinomsprechstunde an, welche jeden Freitag um 14:00 stattfindet. Ebenfalls freitags findet die interdisziplinäre Konferenz unseres Prostatakarzinomzentrums statt, in der für jeden Patienten mit einem Prostata-Karzinom die für ihn optimale individuelle Therapie festgelegt wird. Eine weitere Entscheidungshilfe kann ein Video über eine Fernsehsendung mit Prof. Dr. Kälble (02/2015: HR Service: Gesundheit) sein, in der die Geschichte eines Patienten vor und nach radikaler Prostatektomie nachvollzogen wird.

    In den letzten 15 Jahren führten wir ca. 2.500 radikale Prostatektomien durch, wovon ca. 5% von perineal, d.h. vom Damm operiert wurden. Das letztgenannte Verfahren wird bei Patienten mit einem sehr frühen Tumorstadium angewandt, bei denen ausgeprägte Voroperationen im Bauchraum vorliegen. Seit Einführung der Brachytherapie wird das Operationsverfahren vom Damm nur noch selten durchgeführt. Die meisten Patienten werden suprapubisch, d.h. per Bauchschnitt operiert, wobei bei frühen Erkrankungsstadien die für die Potenz wichtigen Gefäß-Nervenbündel (je nach Tumorausdehnung ein- oder beidseitig) erhalten werden können. 2008 erfolgte die Zertifizierung unserer Klinik als Prostatakarzinomzentrum der Deutschen Krebsgesellschaft, so dass wir über jährliche Befragungen unserer Patienten und deren niedergelassenen Urologen die Ergebnisse unserer Radikalen Prostataentfernungen aktualisieren. 

    Die Rate an Anastomosenengen (Nahtenge zwischen Harnröhre und Harnblase) beträgt lediglich 0,9%, die Rate an Wundheilungsstörungen 1,7%, wobei die Vorgabe der Deutschen Krebsgesellschaft bei 5% liegt. Ebenfalls gibt die Deutsche Krebsgesellschaft die Rate für befallene Schnittränder bei organbegrenzten Prostatakarzinomen (pT2) mit 10% an, wobei diese R1-Rate in unserem Hause für die Zeitdauer des Bestehens des Prostatakarzinomzentrums bei nur 5,8% liegt. Ebenso erfreulich: Wir können auch im Vergleich zur internationen Literatur über überdurchschnittlich gute funktionelle Ergebnisse berichten. Die Rate der vollständig kontinenten Patienten (die 0-1 Sicherheitsvorlage tragen) liegt bei ca. 90%. Bei Patienten, bei denen die für die Potenz zuständigen Nerven beidseitig erhalten werden konnten, variieren die Kontinenzraten je nach Altersklassen zwischen 90 und 100%, bei Patienten unter 55 Jahren liegt die Kontinenzrate unabhängig vom Nerverhalt bei ebenfalls 100%. Patienten, die postoperativ eine hochgradige Inkontinenz zeigen, sind erfreulicherweise eine Rarität. Auch diesen kann jedoch geholfen werden, beispielsweise durch Implantation eines künstlichen Schließmuskels, der die Inktontinenz meist komplett beseitigt. Die Potenzraten nach nerverhaltender radikaler Prostatektomie sind differenziert zu betrachten. Bezogen auf ein präoperativ vollständig potentes Kollektiv, welches von uns mindestens zwei Jahre nachbeobachtet werden konnte, zeigen sich, je nach dem wie eine geschlechtsverkehrsfähige Erektion interpretiert wird, bei beidseitgem Nerverhalt Potenzraten ohne Hilfsmittel zwischen 40% (> 65 Jahre) und 70% (< 55 Jahre). Bei einseitigem Nerverhalt liegen die Raten für geschlechtsverkehrfähige Erektionen zwischen 18% (> 65 Jahre) und 80% (< 55 Jahre). Die noch bessere Potenzrate bei einseitigem Nerverhalt in der Altersgruppe unter 55 Jahren hängt damit zusammen, dass hier relativ kleine Untergruppen verglichen werden. Auf alle Fälle erkennt man,  dass der wichtigste Faktor für das Wiedererlangen der Potenz postoperativ das Alter des Patienten bei der Operation darstellt. Junge Patienten und ein beidseitiger Nerverhalt ist (als Faustformel) "mehr als doppelt so gut" wie ein einseitiger Nerverhalt. Die Chance zur Wiedererlangung der Potenz ist bei beidseitigem Nerverhalt für einen jungen Patienten (<55 Jahre) fünfmal größer als für einen Patienten, der zum Zeitpunkt der Operation älter als 65 Jahre war. Aufgrund der standardisierten OP-Technik sind nur noch in Ausnahmefällen Bluttransfusionen notwendig. Die Möglichkeit einer präoperativen Eigenblutspende ist dennoch gegeben.

Bild einer OP
  • Nierenzell-Karzinom
    Wir führen in unserer Klinik die Tumornephrektomie, die organerhaltende Tumorresektion, die Tumornephrektomie mit Cavotomie (Eröffnung der großen Hohlvene) sowie die laparoskopische, d.h. minimalinvasive Nephrektomie („Schlüssellochchirurgie“) durch. Die medikamentöse Therapie im fortgeschrittenen Krankheitsstadium erfolgt in Kooperation mit der Tumorklinik mittels den modernen Tyrosinkinase- und mTOR-Inhibitoren bzw. mit Immuntherapie.

    Neben der kompletten Entfernung der Niere mit Nebenniere bei fortgeschritteneren Tumoren (ca. 60 Patienten pro Jahr), führen wir zunehmend im frühen Erkrankungsstadium eine nierenerhaltende Operation, die z. Zt. die Standardoperation darstellt, durch (ca. 70 Patienten pro Jahr). Diese nierenerhaltenden Eingriffe werden in der Regel über einen Flankenschnitt durchgeführt, da sie eine größere Sicherheit als die Schlüssellochchirurgie bzgl. Radikalität und Nierenerhalt bietet. In den letzten 16 Jahren konnten wir ca. 600 Patienten mit Nierentumoren organerhaltend therapieren. Bei lediglich einem dieser Patienten wurde im Rahmen der Nachsorge ein Rezidiv gesichert, so daß  dieses Verfahren in ausgewählten Fällen eine der vollständigen Nierenentfernung gleichwertige Sicherheit bietet.

    Mittlerweile hat sich die laparoskopische Tumornephrektomie, d. h. die radikale Entfernung der tumortragenden Niere mit Nebenniere und umgebender Fettkapsel als "Schlüssellochchirurgie" etabliert. Im Gegensatz zur organerhaltenden Nierentumorchirurgie wird die laparoskopische Tumornephrektomie in den Leitlinien der DGU und EAU empfohlen. In den letzten Jahren sind über 250 Patienten mit dieser Methode bei uns erfolgreich operiert worden.

    Wenn der Tumor einen zapfenförmigen Thrombus in der unteren Hohlvene oder den Lebervenen bildet, muß über einen Bauchschnitt oder Zweihöhlenzugang operiert werden, z.T. in Kooperation mit der Klinik für Thorax-,Herz- und Gefäßchirurgie.

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  • Nierenbecken- und Harnleiter-Tumoren
    Im Normalfall wird die Nephroureterektomie unter Mitnahme einer Blasenmanschette sowie der regionären Lymphknoten durchgeführt. Dabei wird z. T. die Nierenentfernung per "Schlüssellochchirurgie" entfernt.  In ausgewählten Fällen kann bei tiefen Tumoren im Harnleiter die Niere erhalten und nach Teilentfernung des Harnleiters eine Neueinpflanzung des Harnleiters in die Blase vorgenommen werden. Auch hier wird bei frühen Stadien die Nierenentfernung per Laparoskopie minimalinvasiv entfernt. Bei fortgeschrittenem Tumorleiden erfolgt die systemische Chemotherapie in Kooperation mit der Tumorklinik.

  • Hoden-Tumoren
    Nach Entfernung des tumortragenden Hodens über einen Leistenschnitt wird eine Ausbreitungsdiagnostik, welche die Computertomographie von Brustkorb und Bauchraum sowie ggf. vom Kopf umfaßt, durchgeführt. Hiernach erfolgt unter Berücksichtigung des feingeweblichen Befundes eine Stadieneinteilung, aus der ein fein abgestuftes Therapiekonzept resultiert. Die prinzipiellen Therapieoptionen umfassen eine engmaschige Nachkontrolle, eine Operation mit Entnahme von Lymphknoten aus dem hinteren Bauchraum (retroperitoneale Lymphadenektomie), eine Bestrahlung, die durch die Kollegen der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie unseres Hauses durchgeführt wird,sowie eine Chemotherapie, welche wir in Kooperation mit der Tumorklinik vornehmen.

  • Nebennieren-Tumoren
    Die operative Therapie von Nebennierentumoren besteht nach präoperativer Durchführung einer Hormondiagnostik aus einer vollständigen  Entfernung der betroffenen Nebenniere. Diesen Eingriff führen wir mittlerweile meist per Bauchspiegelung (laparoskopisch, d.h. „Schlüssellochchirugie“) mit minimalem Operationstrauma durch.

  • Penis-Karzinom
    Das Peniskarzinom ist eine seltene Tumorerkrankung, die in Abhängigkeit von der Tumorausdehnung durch lokale Tumortherapie (z. B. Laserung) oder partielle/komplette Penisentfernung behandelt wird. Hieran kann sich eine Lymphknotenentfernung in der Leistenregion, selten des Beckens anschließen. In ausgesuchten Fällen in unserer Klinik wird die Rekonstruktion der Eichel aus vom Oberschenkel entnommener Spalthaut angeboten mit gutem kosmetischem Ergebnis.

  • Blasenentleerungsstörung bei gutartiger Prostata-Vergrößerung
    Bei operationsbedürftiger geringer bis mittelgradiger Prostatavergrößerung ist die transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P, “Prostatahobelung“ über die Harnröhre) der "Goldstandard", bei der maximal effektiv und komplikationsarm alles störende Gewebe bis auf die Prostatakapsel entfernt werden kann (ca. 300 Eingriffe pro Jahr). Nur noch bei sehr starker Prostatavergrößerung (>150 cm3) erfolgt die transvesikale Adenomenukleation (TVP), d. h. die Prostatateilentfernung über einen  Bauchschnitt. 

    Da seit einigen Jahren auch für sehr große Vorsteherdrüsen endoskopische Therapieverfahren zur Verfügung stehen, bieten wir bei Patienten mit starker Prostatavergrößerung (100-150 cm3) die Entfernung der Prostata mit dem Thullium (Revolix) Laser durch die Harnröhre an. Auf Grund der Lasertechnik (schneidende und verdampfende Wirkung) kann der Katheter oft schon am 2. postoperativen Tag entfernt werden. Das Verfahren der Revolix-Laserung ersetzt in den meisten Fällen die transvesikale Adenomektomie per Bauchschnitt, die wir früher auch bei Vorsteherdrüsen von 80-150g durchführen mussten. In den letzten 6 Jahren haben wir knapp 400 Thullium-Laserungen in unserer Klinik durchgeführt.

    Mit der Einführung des 180 Watt XPS Greenlight-Lasers haben wir 2013 eine weitere Therapiemodalität bei gutartigen Prostatavergrößerungen eingeführt. Dabei wird die Prostata mit Hilfe des Greenlight-Lasers verdampft und dadurch das Blutungsrisiko auf ein Minimum reduziert. Diese Therapiemodalität eignet sich insbesondere für hoch antikoagulierte Patienten (Aspirin, Clopidogrel, Marcumar), die auf keinen Fall ihre Antikoagulation absetzen dürfen. Bisher konnten wir 40 solcher Prostatalaserungen erfolgreich durchführen.

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  • Urethrastriktur (Harnröhrenenge)
    In unserer Klinik werden alle verfügbaren Behandlungsoptionen der Harnröhrenstriktur angeboten. Dies sind im wesentlichen die Harnröhren-Schlitzung (z.B. Sichturethrotomie), die offene Harnröhren-Chirurgie mit Segmentresektion und End-zu-Endverbindung sowie bei langstreckigen Engen die Onlay-Plastik mit Mundschleimhaut, ggf. auch zweizeitig. Die Therapieplanung erfolgt in Abhängigkeit von Lage und Länge der Enge sowie ggf. vorausgegangenen Maßnahmen (Rezidiv). Dabei nimmt die offene Harnröhrenchirurgie auf Grund ihrer viel geringeren Rezidivrate (Wiederauftreten der meist narbigen Enge) einen immer breiteren Platz bei der Therapie von Harnröhrenengen ein.

  • Nieren- und Harnleitersteine
    Neben der extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL), das heißt die Nierensteinzertrümmerung mit Ultraschallwellen (ca. 150 Behandlungen pro Jahr) werden auf Grund der höheren Steinfreiheitsrate zunehmend die endoskopischen retrograden bzw. perkutanen Techniken in der Therapie kleinerer Nieren- und Harnleitersteine eingesetzt (ca. 250 Eingriffe pro Jahr). Bei großen oder multiplen Nierensteinen wird die perkutane Nephrolitholapaxie (PCNL), d. h. eine minimal-invasive Steinentfernung über ein in die Niere eingebrachtes Endoskop (Schlüssellochchirurgie) vorgenommen. Mit Hilfe der modernen Endoskope und Effektoren können in über 90 % der Fälle sofortige Steinfreiheitsraten erzielt werden. Da mittlerweile auch sehr dünne Geräte zur Verfügung stehen ("Mini-PCNL"), werden angesichts der exzellenten Steinfreiheitsrate immer häufiger diese perkutanen Nephrolitholapaxien durchgeführt. Nur falls die perkutane Steinentfernung nicht möglich ist, wird eine offen chirurgische Steinsanierung über einen Flankenschnitt vorgenommen.

    Die ureterorenoskopische Steinentfernung (Harnleiterspiegelung) ist bei den meisten Harnleitersteinen und unteren Nierenkelchsteinen mittlerweile Therapie der ersten Wahl, sowohl in unserer Klinik als auch in den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie. Nur mit Hilfe eines Endoskops wird dabei direkt in den Harnleiter eingegangen und Steine werden per Zange oder Drahtkörbchen entfernt bzw. mit Laser, Ultraschall oder pneumatisch zertrümmert. Mittels Flexible URS können auch Steine in der Niere erreicht und behandelt werden.

 

  • Ureterorenaler Reflux oder Megaureteren bei Kindern
    Ein wesentlicher Schwerpunkt in der Kinderurologie ist die Behandlung von Fehlbildungen des Urogenitaltraktes.

    Mit Hilfe der Antirefluxoperation nach Lich-Gregoir kann ein Zurückfließen des Urins von der Harnblase in die Niere (vesikorenaler Reflux) mit potentieller Nierenschädigung behandelt werden. Bei diesem Verfahren wird der Harnleiter über eine bestimmte Strecke zwischen Blasenschleimhaut und Blasenmuskel verlagert, ohne die Blase zu eröffnen. Seit 1999 wurden ca. 350 Mal solche Operationen durchgeführt, wobei nur ein einziges Mal eine operative Revision notwendig wurde (99%-ige Erfolgsrate). Bei deutlich erweitertem Harnleiter werden die Kinder mit der Psoas-hitch-Technik versorgt. Bei diesem Verfahren wird der Harnleiter von der Blase getrennt, die Blase eröffnet und der Harnleiter wieder mit der Harnblase verbunden. Bei einer massiven Erweiterung wird der Harnleiter zusätzlich verschmälert (Harnleitertapering). Eine minimalinvasive Alternative zur offenen Operation, ist bei ausgewählten Fällen auch die endoskopische  Unterspritzung mittels Deflux möglich. Diese Deflux-Unterspritzung ersetzt zunehmend die Langzeitantibiotikumsphrophylaxe und kann im Gegensatz zu dem o. g. offenen OP-Verfahren beidseitig eingesetzt werden. Die Komplikationsrate ist dabei vernachlässigbar, die Langzeiterfolgen liegen je nach Schwere bei bis zu 80%. In unserer Klinik werden jährlich ähnlich viele Deflux-Unterspritzungen wie Antirefluxplastiken vorgenommen (je 20-30).  

  • Harnleiter-Abgangsenge bei Kindern und Erwachsenen
    Die Nierenbeckenplastik (nach Anderson- Hynes) stellt hier das Routineverfahren zur operativen Korrektur dar.
    Bei der Harnleiterabgangsenge kann der Urin nicht oder nur schlecht aus dem Nierenbecken in den Harnleiter abfließen. Zur Verbesserung des Harnabflusses muß das enge Harnleitersegment entfernt und der Harnleiter wieder mit dem Nierenbecken verbunden werden (Nierenbeckenplastik).

  • Urethraanomalien (z.B.Hypospadie, Harnröhrenklappe) bei Säuglingen und Kleinkindern
    Es werden in der Kinderurologie ca. 15-20 Kleinkinder pro Jahr von zwei erfahrenen Operateuren aufgrund einer Hypospadie operativ versorgt. Schwerpunktmäßig wird das Operationsverfahren nach Snodgrass bei gering bis mäßig ausgeprägter Hypospadie angewandt. Bei sehr ausgeprägten Formen (z. B. kann die Harnröhre im Hodensack münden) wird die Harnröhre meist mit Mundschleimhaut ggf. mit Vorhaut oder Penisschafthauttransplantat rekonstruiert.

  • Harninkontinenz-Operation
    Zur operativen Therapie der Harninkontinenz und ggf. Korrektur von Beckenbodenveränderungen führen wir regelmäßig verschiedene Operationen durch. Dies sind zum einen minimalinvasive Verfahren wie das Tension-free vaginal tape (TVT), oder die transobturatorische Bandeinlage (TOT), wobei jeweils ein Kunststoffband um die Harnröhre gelegt wird (in den letzten Jahren über ca. 300 Eingriffe).

    Zum anderen sind dies offen-chirurgische Verfahren wie die Kolposuspension nach Burch (selten), die Sakropexie (bei Blase / Scheidenvorfall) sowie die Faszienzügelplastik neben dem Verschluß von Blasen-Scheidenfisteln aus unterschiedlichsten Gründen. Ein Inkontinenzzentrum ist im Aufbau begriffen.

    Bei komplexen Fällen erfolgt eine enge Kooperation mit der Frauenklinik, ggf. auch mit der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Hause.

    Im Falle der hochgradigen Harninkontinenz des Mannes ist die Implantation eines künstlichen Schließmuskels ein bewährtes Verfahren, welches wir seit Jahren regelmäßig mit gutem Erfolg anwenden. Von ca. 50 bislang implantierten Schließmuskelprothesen sind nach bis zu 10-jähriger Verlaufsbeobachtungszeit noch 80% voll funktionsfähig mit entsprechend wiederhergestellter Harnkontinenz. Bei geringradiger Harninkontinenz des Mannes bieten wir das verhältnismäßig neue Verfahren der Einlage einer „male sling“ an, ein minimalinvasives Verfahren ähnlich den Bandplastiken bei der Harninkontinenz der Frau.

  • Erkrankungen des männlichen Genitale
    Die operative Behandlung von Vorhautverengungen (Phimose), Hydrocele(Wasserbruch), Varikocele (Krampfaderbruch), Leistenhoden u. a. Erkrankungen des äußeren männlichen Genitale werden regelmäßig durchgeführt und zum Teil auch ambulant vorgenommen.

  

  • Blasenentleerungs-/Blasenspeicherstörungen
    Die diagnostische Klärung erfolgt ambulant mittels urodynamischer Messung („Blasen-EKG“) auf Zuweisung niedergelassener Urologen oder der Frauenklinik im Klinikum. In Abhängigkeit von der Ursache sowie den Begleitumständen (Patientenalter, soziale Situation, Begleiterkrankungen) erstreckt sich das therapeutische Spektrum von der konservativen, medikamentösen Therapie über (Einmal-)Katheterversorgung  bis hin zu Harnableitungsoperationen. Bei Dranginkontinenz kann mit Erfolg Botulinustoxin in die Blasenwand injiziert werden. Die Behandlung erfolgt in enger Kooperation mit den niedergelassenen Urologen oder der Frauenklinik.

  

  • Operative Versorgung urologischer Notfälle 
    Die Versorgung urologischer Notfälle ist rund um die Uhr gewährleistet. Von 08:00 - 17:00 Uhr erfolgt die primäre Aufnahme in der urologischen Ambulanz, außerhalb dieser Zeiten und an Wochenenden bzw. Feiertagen über die interdisziplinäre Notfallaufnahme. 

  

  • Potenzstörungen (Erektile Dysfunktion)
    Die diagnostische Abklärung (Skat-Injektion, Farbdoppler, Cavernosogramm, Rigiditätsmessung) wird im Rahmen unserer Spezial-Sprechstunde vorgenommen. Das therapeutische Spektrum umfasst die konservative Therapie (Medikamente wie Cialis, Levitra, Viagra), die Schwellkörperautoinjektionstherapie mit gefäßaktiven Substanzen, (Skat), die Vakuumpumpe sowie die operative Implantation einer Penisprothese.

  

  • Infektiologie
    Abklärung und Therapie von komplizierten urologischen Infektionen (Nierenbeckenentzündung, Prostatitis, Nebenhodenentzündung).

  

  • Nierentransplantation in Kooperation mit der Medizinischen Klinik III unseres Hauses
    Seit 2000 ist unsere Klinik Zentrum für Nierentransplantationen. Für unsere Aktivitäten zur Aufklärung bezgl. Organspende wurden wir 2004 und 2009 vom hessischen Sozialministerium ausgezeichnet. Mit 94% 1-Jahres- und 70% 5-Jahres-Transplantatfunktionsraten sind unsere Ergebnisse überdurchschnittlich. Besonders stolz sind wir auf die Ergebnisse unseres Lebendspenderprogrammes (lebende Verwandte, Ehepartner oder emotional sehr nahestehende Personen spenden eine Niere). Alle seit Bestehen des Zentrums transplantierten Nieren haben stabile Funktion aufgenommen, bei keinem der Lebendspender trat eine nennenswerte Komplikation auf. Im September 2014 war Herr Prof. Dr. Kälble mit einem Patienten und seiner Familie nach Lebendnierentransplantation im Fernsehen (HR Service Gesundheit), was eine gute Information für interessierte Patienten ist.

 

 

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Urologie und Kinderurologie

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