Leistungen und Schwerpunkte
- Blasen-Tumoren
Wir führen alle Formen der operativen und – in Kooperation mit der Tumorklinik – medikamentösen Blasentumortherpie (Chemotherapie) durch. Dies sind die transurethrale Tumorresektion (TUR-B),Zystektomie und Harnableitung, z.B.orthotoper Ileum- oder Ileocoecal-Harnblasen-Ersatz, kontinente, katheterisierbare Ileocoecalpouches (Mainz-Pouch), modifizierte Ureterosigmoidostomie (Mainz-Pouch II), Ileum Conduit, Colon Conduit, Ureterocutaneostomie.
In den letzten 11 Jahren haben wir ca. 500 radikale Blasenentfernungen wg. Blasenkrebs vorgenommen. Bei ca. 200 Patienten/Patientinnen waren kontinente Harnableitungen, d.h. Harnableitungen ohne dauerhafte Beutelversorgung, möglich. Dabei handelt es sich um Ileum-Neoblasen, die an die Harnröhre angeschlossen werden oder um einen sog. Mainz-Pouch I. Dieses Reservoir wird über den Nabel katheterisiert, wobei der Ausgang in der Tiefe des Nabeltrichters liegt und von außen nicht sichtbar ist. Angesichts des zunehmenden Alters der Patienten mit fortgeschrittenem Blasenkrebs ist die am häufigsten angewandte Form der Harnableitung die Anlage eines Ileum-Conduits mit Urinausgang und Beutelversorgung. Bei sehr alten Patienten oder Hochrisikopatienten wird gelegentlich auch die Implantation der Harnleiter in die Haut vorgenommen (Ureterokutaneostomie). Bei der von uns verwandten Harnleiterimplantationstechnik (nach Wallace) sind revisionsbedürftige Harnstauungsnieren extrem selten.
Prostata-Karzinom
Die kurative Standardtherapie des Prostatakrebses ist die radikale Prostatektomie (perineal oder suprapubisch deszendierend) In frühen Stadien kann der Eingriff mit sehr gutem Erfolg auch potenzerhaltend durchgeführt werden. Zudem führen wir auch in selektionierten Fällen die Brachytherapie des Prostatakarzinoms durch. Hierbei werden ultraschallgesteuert dauerhaft Strahlenquellen in die Prostata eingepflanzt. Zudem besteht in unserem Hause die Möglichkeit der perkutanen Strahlentherapie (Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie). Für fortgeschrittene Erkrankungsstadien stehen die antihormonelle Therapie, die Chemotherapie sowie die Rheniumtherapie (Klinik für Nuklearmedizin) zur Verfügung.
Zur Entscheidungsfindung hinsichtlich der optimalen Therapieform bieten wir gemeinsam mit den Kollegen der Klinik für Strahlentherapie und Radionkologie eine Prostatakarzinomsprechstunde an, welche jeden Freitag um 14:00 stattfindet.
In den letzten 12 Jahren führten wir ca. 2.000 radikale Prostatektomien durch, wovon ca. 10% von perineal, d.h. vom Damm operiert wurden. Das letztgenannte Verfahren wird bei Patienten älter als 65 Jahre mit einem sehr frühen Tumorstadium angewandt mit dem Vorteil, dass bereits nach ca. 1 Woche der Patient wieder entlassen werden kann. Seit Einführung der Brachytherapie wird das Operationsverfahren vom Damm nur noch selten durchgeführt. Die meisten Patienten werden suprapubisch, d.h. per Bauchschnitt operiert, wobei im frühen Erkrankungsstadium die für die Potenz wichtigen Gefäß-Nervenbündel erhalten werden können. Zwei Jahre nach Zertifizierung des Prostatazentrums wurden im Dezember 2010 die Ergebnisse der radikalen Prostataentfernung aktualisiert. Insbesondere die Rate an Anastomosenengen konnte nochmals von 4,2% auf 0,9% gesenkt werden. Ebenso lag die Rate an Wundheilungsstörungen bzw. Wundinfekten hier bei nur 1,7%, die Vorgabe der Deutschen Krebsgesellschaft liegt bei 5%. Die Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft für die maximalen R1-Raten, d. h. Operationen mit tumorbefallenen Schnitträndern bei organbegrenzten Tumoren (pT2), liegen bei 10%, in unserem Hause liegt die R1-Rate für die Zeitdauer des Bestehens des Prostatazentrums bei nur 5,8%. Ebenso erfreulich: Wir können über stabile funktionelle Ergebnisse auf hohem Niveau berichten. Die Rate der vollständig kontinenten Patienten liegt bei knapp 90%, wobei hier noch nicht zwischen Patienten mit und ohne Nerverhalt bzw. verschiedenen Altersklassen unterschieden wurde - bei bilateraler nerverhaltender Operation jüngerer Patienten sind die Kontinenzraten nocht deutlich höher. Patienten, die eine hochgradige Inkontinenz postoperativ zeigen, sind erfreulicherweise eine Rarität. Die Potenzraten nach nerverhaltender radikaler Prostatektomie sind differenziert zu betrachten. Bezogen auf ein präoperativ vollständig potentes Kollektiv, welches von uns mindestens ein Jahr nachbeobachtet werden konnte, zeigen sich, je nach dem wie eine geschlechtsfähige Erektion interpretiert wird, Potenzraten zwischen 75% (Alter unter 55 Jahren, beidseitiger Erhalt bei der für die Potenz notwendigen Gefäßnervenbündel) und unter 20% (über 65 Jahre, nur einseitiger Potenzerhalt). Man erkennt, dass der wichtigste Faktor für das Wiedererlangen der Potenz postoperativ das Alter des Patienten bei der Operation darstellt. Junge Patienten und ein beidseitiger Nerverhalt ist (als Faustformel) "mehr als doppelt so gut" wie ein einseitiger Nerverhalt. Die Chance zur Wiedererlangung der Potenz ist bei beidseitigem Nerverhalt für einen jungen Patienten (<55 Jahre) fünfmal größer als für einen Patienten, der zum Zeitpunkt der Operation älter als 65 Jahre war. Aufgrund der standardisierten OP-Technik sind nur noch in Ausnahmefällen Bluttransfusionen notwendig. Die Möglichkeit einer präoperativen Eigenblutspende ist dennoch gegeben.

- Nierenzell-Karzinom
Wir führen in unserer Klinik die Tumornephrektomie, die Tumorenukleation, die Tumornephrektomie mit Cavotomie (Eröffnung der großen Hohlvene) sowie die laparoskopische, d.h. minimalinvasive Nephrektomie („Schlüssellochchirurgie“) durch. Die medikamentöse Therapie im fortgeschrittenen Krankheitsstadium erfolgt in Kooperation mit der Tumorklinik mittels den modernen Tyrosinkinase- und mTOR-Inhibitoren bzw. mit Immuntherapie.
Neben der kompletten Entfernung der Niere mit Nebenniere bei fortgeschritteneren Tumoren (ca. 70 Patienten pro Jahr), führen wir im frühen Erkrankungsstadium eine nierenerhaltende Operation durch (ca. 40 pro Jahr). Diese nierenerhaltenden Eingriffe werden in der Regel über einen Flankenschnitt durchgeführt, da sie eine größere Sicherheit als die Schlüssellochchirurgie bzgl. Radikalität und Nierenerhalt bietet. In den letzten 11 Jahren konnten wir ca. 350 Patienten mit Nierentumoren organerhaltend therapieren. Bei lediglich einem dieser Patienten wurde im Rahmen der Nachsorge ein Rezidiv gesichert, so daß dieses Verfahren in ausgewählten Fällen eine der vollständigen Nierenentfernung gleichwertige Sicherheit bietet.
Mittlerweile hat sich die laparoskopische Tumornephrektomie, d. h. die radikale Entfernung der tumortragenden Niere mit Nebenniere und umgebender Fettkapsel etabliert. Im Gegensatz zur organerhaltenden Nierentumorchirurgie wird die laparoskopische Tumornephrektomie in den Leitlinien der GDU und EAU empfohlen. In den letzten Jahren sind über 200 Patienten mit dieser Methode bei uns erfolgreich operiert worden.
Wenn der Tumor einen zapfenförmigen Thrombus in der unteren Hohlvene oder den Lebervenen bildet, muß über einen Bauchschnitt oder Zweihöhlenzugang operiert werden, z.T. in Kooperation mit der Klinik für Thorax-,Herz- und Gefäßchirurgie.
- Nierenbecken- und Harnleiter-Tumoren
Im Normalfall wird die Nephroureterektomie unter Mitnahme einer Blasenmanschette sowie der regionären Lymphknoten durchgeführt. In ausgewählten Fällen kann bei tiefen Tumoren im Harnleiter die Niere erhalten und nach Teilentfernung des Harnleiters eine Neueinpflanzung des Harnleiters in die Blase vorgenommen werden. Auch hier wird bei frühen Stadien die Nierenentfernung per Laparoskopie minimalinvasiv entfernt. Bei fortgeschrittenem Tumorleiden erfolgt die systemische Chemotherapie in Kooperation mit der Tumorklinik. - Hoden-Tumoren
Nach Entfernung des tumortragenden Hodens über einen Leistenschnitt wird eine Ausbreitungsdiagnostik, welche die Computertomographie von Brustkorb und Bauchraum sowie ggf. vom Kopf und eventuell ein Skelettszintigramm umfaßt, durchgeführt. Hiernach erfolgt unter Berücksichtigung des feingeweblichen Befundes eine Stadieneinteilung, aus der ein fein abgestuftes Therapiekonzept resultiert. Die prinzipiellen Therapieoptionen umfassen eine engmaschige Nachkontrolle, eine Operation mit Entnahme von Lymphknoten aus dem hinteren Bauchraum (retroperitoneale Lymphadenektomie), eine Bestrahlung, die durch die Kollegen der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie unseres Hauses durchgeführt wird,sowie eine Chemotherapie, welche wir in Kooperation mit der Tumorklinik vornehmen. - Nebennieren-Tumoren
Die operative Therapie von Nebennierentumoren besteht nach präoperativer Durchführung einer Hormondiagnostik aus einer vollständigen Entfernung der betroffenen Nebenniere. Diesen Eingriff führen wir mittlerweile meist per Bauchspiegelung (laparoskopisch, d.h. „Schlüssellochchirugie“) mit minimalem Operationstrauma durch. Penis-Karzinom
Das Peniskarzinom ist eine seltene Tumorerkrankung, die in Abhängigkeit von der Tumorausdehnung durch lokale Tumortherapie (z. B. Laserung) oder partielle/komplette Penisentfernung behandelt wird. Hieran kann sich eine Lymphknotenentfernung in der Leistenregion, selten des Beckens anschließen. In unserer Klinik wird neuerdings in ausgesuchten Fällen die Rekonstruktion der Eichel aus vom Oberschenkel entnommener Spalthaut angeboten mit gutem kosmetischem Ergebnis.Blasenentleerungsstörung bei gutartiger Prostata-Vergrößerung
Bei operationsbedürftiger mittelgradiger bis starker Prostatavergrößerung führen wir die transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P, “Prostatahobelung“ über die Harnröhre) durch, bei der maximal effektiv und komplikationsarm alles störende Gewebe bis auf die Prostatakapsel entfernt werden kann. Bei sehr starker Prostatavergrößerung erfolgt die transvesikale Adenomenukleation (TVP, Prostatateilentfernung mit Bauchschnitt). Pro Jahr führen wir ca. 270 TUR-Ps und 30-40 TVPs durch.Bei Patienten mit Prostatavergrößerung und internistischen Begleiterkrankungen, insbesondere bei Einnahme gerinnungshemmender Medikamente wie Aspirin oder Marcumar, besteht seit einigen Jahren zudem die Möglichkeit der Entfernung des Prostatagewebes mit dem Thullium (Revolix) Laser. Dabei brauchen die Medikamente nur kurzzeitig abgesetzt zu werden, da neben dem Prostatagewebe auch Blutgefäße verdampft werden und damit praktisch kaum eine Blutungsgefahr besteht. Der Blasenkatheter kann meistens schon am ersten oder zweiten postoperativen Tag entfernt werden. Da dieses Verfahren auch bei sehr starker Prostatavergrößerung eingesetzt werden kann, kann die Revolix-Laserung in vielen Fällen die transvesikale Adenomektomie per Bauchschnitt ersetzen. In den letzten 3 Jahren wurden ca. 200 solcher Thullium-Laserungen in unserer Klinik durchgeführt, u. a. bei Prostatavergrößerung bis zu einem Gewicht von 150g.
- Urethrastriktur (Harnröhrenenge)
In unserer Klinik werden alle verfügbaren Behandlungsoptionen der Harnröhrenstriktur angeboten. Dies sind im wesentlichen die Harnröhren-Schlitzung (z.B. Sichturethrotomie), die offene Harnröhren-Chirurgie mit Segmentresektion und End-zu-Endverbindung sowie bei langstreckigen Engen die Onlay-Plastik mit Mundschleimhaut, ggf. auch zweizeitig. Die Therapieplanung erfolgt in Abhängigkeit von Lage und Länge der Enge sowie ggf. vorausgegangenen Maßnahmen (Rezidiv). Dabei nimmt die offene Harnröhrenchirurgie auf Grund ihrer viel geringeren Rezidivrate (Wiederauftreten der meist narbigen Enge) einen immer breiteren Platz bei der Therapie von Harnröhrenengen ein. - Nierensteine
Die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL), das heißt die Nierensteinzertrümmerung mit Ultraschallwellen, ist das Standardverfahren zur Therapie kleinerer Nieren- und Harnleitersteine. Wir führen im Jahr ca. 500 ESWL-Behandlungen durch.
Bei großen oder multiplen Nierensteinen wird die perkutane Nephrolitholapaxie, d. h. eine minimal-invasive Steinentfernung über ein Endoskop (Schlüssellochchirurgie) vorgenommen. Mit Hilfe der modernen Endoskope und Effektoren können in über 90 % der Fälle sofortige Steinfreiheitsraten erzielt werden. Da mittlerweile auch sehr dünne Geräte zur Verfügung stehen, werden angesichts der exzellenten Steinfreiheitsrate immer häufiger diese perkutanen Nephrolitholapaxien durchgeführt. Die ureterorenoskopische Steinentfernung ist bei den meisten Harnleitersteinen und unteren Nierenkelchsteinen mittlerweile Therapie der ersten Wahl, sowohl in unserer Klinik als auch in den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie. Falls die perkutane Steinentfernung nicht möglich ist, wird eine offen chirurgische Steinsanierung über einen Flankenschnitt vorgenommen. - Harnleitersteine
Die ESWL, ggf. nach Steinreposition und Schienenanlage zur Sicherstellung des Urinabflusses aus der Niere, stellt eine Therapiemöglichkeit dar. In Abhängigkeit von der Steinlage kann auch eine Ureteroskopische Steinentfernung, für die allerdings eine Teil- oder Vollnarkose erforderlich ist, durchgeführt werden. Mit Hilfe eines Endoskops wird dabei direkt in den Harnleiter eingegangen und Steine werden per Zange oder Drahtkörbchen entfernt bzw. mit Laser, Ultraschall oder pneumatisch zertrümmert. Mittels Flexible URS können auch Steine in der Niere erreicht und behandelt werden.
Ureterorenaler Reflux oder Megaureteren bei Kindern
Ein wesentlicher Schwerpunkt in der Kinderurologie ist die Behandlung von Fehlbildungen des Urogenitaltraktes.
Mit Hilfe der Antirefluxoperation nach Lich-Gregoir kann ein Zurückfließen des Urins von der Harnblase in die Niere (vesikorenaler Reflux) mit potentieller Nierenschädigung behandelt werden. Bei diesem Verfahren wird der Harnleiter über eine bestimmte Strecke zwischen Blasenschleimhaut und Blasenmuskel verlagert, ohne die Blase zu eröffnen. Seit 1999 wurden mehr als 300 mal solche Operationen durchgeführt, wobei nur ein einziges Mal solch eine operative Revision notwendig wurde (99%-ige Erfolgsrate). Bei deutlich erweitertem Harnleiter werden die Kinder mit der Psoas-hitch-Technik versorgt. Bei diesem Verfahren wird der Harnleiter von der Blase getrennt, die Blase eröffnet und der Harnleiter wieder mit der Harnblase verbunden. Bei einer massiven Erweiterung wird der Harnleiter zusätzlich verschmälert (Harnleitertapering). Alternativ zur Infektprophylaxe, als auch zur Operation, ist auch die Unterspritzung mittels Deflux möglich. Diese Deflux-Unterspritzung ersetzt zunehmend die Langzeitantibiotikumsphrophylaxe und kann im Gegensatz zu dem o. g. offenen OP-Verfahren beidseitig eingesetzt werden. Die Komplikationsrate ist dabei vernachlässigbar, die Langzeiterfolgen liegen je nach Schwere bei bis zu 80%. So wurden 2010 in unserer Klinik ähnlich viele Defluxunterspritzungen (n=30) wie offene Antirefluxplastiken (n=30) vorgenommen.Harnleiter-Abgangsenge bei Kindern und Erwachsenen
Die Nierenbeckenplastik (nach Anderson- Hynes) stellt hier das Routineverfahren zur operativen Korrektur dar.
Bei der Harnleiterabgangsenge kann der Urin nicht oder nur schlecht aus dem Nierenbecken in den Harnleiter abfließen. Zur Verbesserung des Harnabflusses muß das enge Harnleitersegment entfernt und der Harnleiter wieder mit dem Nierenbecken verbunden werden (Nierenbeckenplastik).
Urethraanomalien (z.B.Hypospadie, Harnröhrenklappe) bei Säuglingen und Kleinkindern
Es werden in der Kinderurologie zwischen 20 und 30 Kleinkinder pro Jahr von zwei erfahrenen Operateuren aufgrund einer Hypospadie operativ versorgt. Schwerpunktmäßig wird das Operationsverfahren nach Snodgrass bei gering bis mäßig ausgeprägter Hypospadie angewandt. Bei sehr ausgeprägten Formen (z. B. kann die Harnröhre im Hodensack münden) wird die Harnröhre meist mit Mundschleimhaut ggf. mit Vorhaut oder Penisschafthauttransplantat rekonstruiert.Harninkontinenz-Operation
Zur operativen Therapie der Harninkontinenz und ggf. Korrektur von Beckenbodenveränderungen führen wir regelmäßig verschiedene Operationen durch. Dies sind zum einen minimalinvasive Verfahren wie das Tension-free vaginal tape (TVT), oder die transobturatorische Bandeinlage (TOT), wobei jeweils ein Kunststoffband um die Harnröhre gelegt wird (in den letzten Jahren über ca. 300 Eingriffe).
Zum anderen sind dies offen-chirurgische Verfahren wie die Kolposuspension nach Burch (in den letzten Jahren über 60 Eingriffe), die Sakropexie (in den letzten Jahren über 60 Eingriffe) sowie die Faszienzügelplastik neben dem Verschluß von Blasen-Scheidenfisteln aus unterschiedlichsten Gründen. Ein Inkontinenzzentrum ist im Aufbau begriffen.
Bei komplexen Fällen erfolgt eine enge Kooperation mit der Frauenklinik, ggf. auch mit der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Hause.
Im Falle der hochgradigen Harninkontinenz des Mannes ist die Implantation eines künstlichen Schließmuskels ein bewährtes Verfahren, welches wir seit Jahren regelmäßig mit gutem Erfolg anwenden. Von ca. 40 bislang implantierten Schließmuskelprothesen sind nach bis zu 6-jähriger Verlaufsbeobachtungszeit noch 80% voll funktionsfähig mit entsprechend wiederhergestellter Harnkontinenz. Bei geringradiger Harninkontinenz des Mannes führen wir das verhältnismäßig neue Verfahren der Einlage einer „male sling“ durch, ein minimalinvasives Verfahren ähnlich den Bandplastiken bei der Harninkontinenz der Frau.- Erkrankungen des männlichen Genitale
Die operative Behandlung von Vorhautverengungen (Phimose), Hydrocele(Wasserbruch), Varikocele (Krampfaderbruch), Leistenhoden u. a. Erkrankungen des äußeren männlichen Genitale werden regelmäßig durchgeführt und zum Teil auch ambulant vorgenommen.
- Blasenentleerungs-/Blasenspeicherstörungen
Die diagnostische Klärung erfolgt ambulant mittels urodynamischer Messung („Blasen-EKG“) auf Zuweisung niedergelassener Urologen oder der Frauenklinik im Klinikum. In Abhängigkeit von der Ursache sowie den Begleitumständen (Patientenalter, soziale Situation, Begleiterkrankungen) erstreckt sich das therapeutische Spektrum von der konservativen, medikamentösen Therapie über (Einmal-)Katheterversorgung bis hin zu Harnableitungsoperationen. Bei Dranginkontinenz kann mit Erfolg Botulinustoxin in die Blasenwand injiziert werden. Die Behandlung erfolgt in enger Kooperation mit den niedergelassenen Urologen oder der Frauenklinik.
- Operative Versorgung urologischer Notfälle
Die Versorgung urologischer Notfälle ist rund um die Uhr gewährleistet. Von 08:00 - 17:00 Uhr erfolgt die primäre Aufnahme in der urologischen Ambulanz, außerhalb dieser Zeiten und an Wochenenden bzw. Feiertagen über die interdisziplinäre Notfallaufnahme.
- Potenzstörungen (Erektile Dysfunktion)
Die diagnostische Abklärung (Skat-Injektion, Farbdoppler, Cavernosogramm, Rigiditätsmessung) wird im Rahmen unserer ED-Sprechstunde vorgenommen. Das therapeutische Spektrum umfasst die konservative Therapie (Medikamente wie Cialis, Levitra, Viagra, Schwellkörperautoinjektionstherapie mit gefäßaktiven Substanzen, Skat, Vakuumpumpe) sowie die operative Implantation einer Penisprothese.
- Infektiologie
Abklärung und Therapie von komplizierten urologischen Infektionen (Nierenbeckenentzündung, Prostatitis, Nebenhodenentzündung).
- Nierentransplantation in Kooperation mit der Medizinischen Klinik III unseres Hauses
Seit 2000 ist unsere Klinik Zentrum für Nierentransplantationen. Nach Aufbau einer Warteliste verzeichnen wir eine stetige Zunahme der Transplantationen. Für unsere Aktivitäten zur Aufklärung bezgl. Organspende wurden wir 2004 und 2009 vom hessischen Sozialministerium ausgezeichnet. Mit 94% einjahres- und 70% 4jahres-Transplantatfunktionsraten sind unsere Ergebnisse überdurchschnittlich. Besonders stolz sind wir auf die Ergebnisse unseres Lebendspenderprogrammes (lebende Verwandte, Ehepartner oder emotional sehr nahestehende Personen spenden eine Niere). Alle seit Bestehen des Zentrums transplantierten Nieren sind nach wie vor in guter Funktion, bei keinem der Lebendspender trat eine Komplikation auf.








