Blutungsarmes Laserverfahren bei der Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung
Die gutartige Prostatavergrößerung gehört zu den typischen Veränderungen, von denen der ältere und alte Mann betroffen ist. Viele Männer benötigen im Laufe ihres Lebens eine Behandlung, die sich - in Abhängigkeit von Beschwerden und eventuellen Komplikationen – medikamentös oder operativ gestalten kann.
In der operativen Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) hat sich über Jahrzehnte die Abtragung des vermehrten Gewebes über die Harnröhre mittels einer Elektroschlinge (TUR-P) bewährt. Allerdings kann es hierbei in bestimmten Situationen zu Problemen kommen. Um eine schonende aber trotzdem hochwirksame operative Behandlung der BPH durchzuführen, wird in der Klinik für Urologie und Kinderurologie der RevoLix-Infrarotlaser verwendet. Die Vorteile für den Patienten liegen auf der Hand: Blut verdünnende Medikamente müssen nur kurzzeitig abgesetzt werden, da sich der Laser durch eine sehr gute Blutstillung auszeichnet. Es besteht kaum eine Blutungsgefahr, da neben dem Prostatagewebe auch Blutgefäße verdampft und somit verschlossen werden. Die Gefahr von Einschwemmungen von Wasser in den Blutkreislauf ist durch das Verschließen der Adern minimiert. Verschiebungen im Salz- und Wasserhaushalt des Patienten werden dadurch vermieden. „Die Gewebeeindringtiefe des Lasers beträgt ca. 0,5 mm. Dadurch ist ein ganz gezieltes und kontrolliertes operatives Vorgehen möglich“, erläutert Dr. Thomas Heider, Oberarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie. Ein weiterer großer Vorteil dieses Laserverfahrens ist die Gewinnung von Gewebe aus der Prostata. Das Gewebe wird einer feingeweblichen Untersuchung zugeführt. Im Gegensatz zum Greenlight-Laser, bei dem das Gewebe ausschließlich verdampft wird und somit keine feingewebliche Untersuchung möglich ist, können bösartige Veränderungen der Prostata erkannt werden.
Der Blasenkatheter kann meistens schon am ersten oder zweiten Tag nach der Operation entfernt werden. Da dieses Verfahren auch bei sehr starker Prostatavergrößerung eingesetzt wird, kann die Anwendung des Lasers in vielen Fällen den Bauchschnitt ersetzen. „In den letzten 3 Jahren wurden von meinem Team über 200 solcher Laserbehandlungen bei Prostatavergrößerung bis zu einem Gewicht von 170g durchgeführt“, erläutert Prof. Dr. Tilman Kälble, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie.






