Präsentation des Fuldaer Schockraum-Algorithmus in Bad Kissingen
Im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung präsentierten Mitarbeiter der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin des Klinikums Fulda den Ablauf der Polytrauma-Versorgung vor zahlreichen Mitarbeitern des Rettungsdienstes aus dem Bereich Bad Kissingen.
Die Idee zu diesem Fortbildungsthema kam Dr. Ralph Barth (Ärztlicher Leiter), nachdem er als Notarzt einen schwerverletzten Patienten im Klinikum abgegeben hatte und von der professionellen Übernahme des Patienten positiv beeindruckt war. „Das war wie beim Boxenstopp in der Formel 1. Jeder wusste, welchen Handgriff er machen musste, und alles lief Hand in Hand“, so Dr. Barth. Strukturierte Konzepte zur Behandlung Schwerstverletzter wurden bundesweit erst in den letzten Jahren entwickelt, aber schon sehr früh in die entsprechenden Arbeitsabläufe am Klinikum Fulda integriert. Zum Erlernen der interdisziplinären Handlungsabläufe werden die Klinikärzte der einzelnen Abteilungen auf Spezialkurse geschickt. Zusätzlich trainieren die Mitarbeiter aller an der Schockraumversorgung mitwirkenden Abteilungen, u.a. Unfallchirurgie und Viszeralchirurgie, Radiologie und Anästhesie, regelmäßig gemeinsam mit dem Team der Zentralen Notaufnahme die Erstversorgung der Schwerverletzten.
Der Leitende Hubschrauberarzt Christoph 28, Dr. Wolfram Beres, schilderte in seinem Vortrag die allgemeinen Rahmenbedingungen und die Versorgungsprinzipien der präklinischen Versorgung, z.B. eines schwerstverletzten Unfallopfers. Besonderes Gewicht legte er auf die Rolle des Rettungshubschraubers in der Versorgungskette.
Anschließend erläuterte Dr. Thomas Rathjen, Schockraumbeauftragter am Klinikum Fulda, die Übernahme des Patienten vom Notarzt und die folgenden Abläufe im Schockraum. Dabei ging er besonders auf die baulichen Gegebenheiten am Klinikum ein. Neben der permanenten Vorheizung auf 25 Grad Celcius zur Verhinderung der Auskühlung des Patienten profitiert der Verletzte auch von der Möglichkeit zu einer Ganzkörper-CT-Untersuchung unmittelbar neben dem Schockraum. So wird nicht nur kostbare Zeit gespart und können therapeutische Entscheidungen früher getroffen werden, sondern erübrigen sich oft auch aufwendige Röntgenuntersuchungen, die weniger aussagekräftig sind.
Dr. Alexander Lay (Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin) komplettierte die Darstellung des Behandlungsablaufs, indem er in seiner Präsentation auf die weitere innerklinische Versorgung des polytraumatisierten Patienten einging. Zur praktischen Veranschaulichung zog sich ein reales Fallbeispiel wie ein roter Faden durch den Vortrag. Zahlreiche Bilder illustrierten die einzelnen Stationen wie OP-Saal, interventionelle Radiologie und die Intensivtherapiestation.
In der anschließenden Diskussion gingen die Referenten u.a. auf die über die Landesgrenzen hinausgehende Bedeutung von sogenannten Traumanetzwerken ein. Das Klinikum Fulda nimmt als führendes Traumazentrum und Maximalversorger im osthessischen Raum auch schwerverletzte Patienten aus den benachbarten Landkreisen und Bundesländern zur Erstversorgung im Schockraum sowie zur operativen und stationären Weiterbehandlung auf.






