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Sandro Fuchs: „Es gibt Menschen, die finden, dass ich besser höre“

Ein knappes Jahr nach der Implantation des ABI „verläuft“ für Sandro Fuchs aus der Schweiz alles „weiterhin positiv“, doch der Versuch zu hören, erfordert viel Energie

Ein Interview von Claus Müller von der Grün

Für Sandro Fuchs liegt die Implantation des ABI im Februar 2018 in Fulda beinahe ein Jahr zurück. Er war nach der Weihnacht 2018 in den Skiferien, und auf meine Nachfrage antwortete er: „Mir geht es gut, danke! Ich durfte im August und November weitere Einstellungen vom Implantat vornehmen. Eine Einstellung braucht ungefähr zwei Stunden und ist sehr energieraubend. Aber es verläuft weiterhin positiv, jedoch in sehr kleinen Schritten. Die nächste Einstellung ist am 25. Februar 2019.“ Wir vereinbaren, das Tagebuch fortzusetzen, und ich sende im Anfang 2019 meine erste Frage.

Herr Fuchs, in unserem vorigen Gespräch, das wir vor Ihrer Hochzeit Mitte 2018 führten, sagten Sie: „Es braucht nach wie vor viel Energie, etwas hören zu wollen.“ Ist das so geblieben?

Ja, ich brauche jeden Tag viel Energie, da ich nach wie vor aufs Lippenlesen angewiesen bin. Ich bin jedoch der Meinung, dass es mir ein wenig einfacher fällt zu zuhören, da ich wenige Höreindrücke wahrnehme. Ich reagiere auf Geräusche, die ich vor dem ABI-Implantat nicht gehört habe.

Herr Fuchs, Sie berichten von weiteren Einstellungen an dem ABI im August und November. Was wurde korrigiert?

Die Einstellungen brauche ich, um mein Gehör immer wieder verbessern zu können. Laut meiner Audioagogin, die mich beim Versuch, besser hören zu können, betreut, konnten wir jedes Mal eine kleine Steigerung erkennen. Sie hat einst erwähnt, dass pro Ton etwa drei bis fünf Prozent Steigerung erzielt werden konnte. Jedoch braucht es Geduld und gemäß der Aussage von Herrn Professor Behr benötigt es etwa 1,5 bis zwei Jahre, bis die maximale Hörfähigkeit vorhanden ist. Somit habe ich noch sicher ein Jahr Zeit für die Verbesserung.

Herr Fuchs, warum waren die Korrekturen nötig?

Das ABI wird im Abschnitt von drei bis vier Monaten jeweils neu eingestellt, damit sich in der Zwischenzeit der Hirnstamm an den Stromfluss gewöhnen kann. Wenn zum Beispiel ein Ton zu stark eingestellt ist, macht sich mein Körper bemerkbar. Ich nehme dies als eine unangenehme Vibration im Kopf war.

Wie verlief die Korrektur der Einstellung?

Es wird bei jeder Einstellung zuerst ein Hörtest gemacht, um die aktuelle Lage zu evaluieren. Es werden jeweils 12 Töne im Ohr abgespielt mit zwei verschiedenen Hörtönen. Ich muss dann immer sagen, welcher Ton für mich lauter oder leiser sowie höher oder tiefer für mich klingt. Wenn diese Töne durchgearbeitet worden sind, wird die Tonleiter abgespielt, und es muss sich für mich vom tiefsten bis zum höchsten Ton so anfühlen, dass es immer eine Steigerung ist. Falls ein Ton tiefer klingt als der vorherige, muss die ganze Prozedur wieder von vorne gemacht werden. So kann es sein, dass die ganze Prozedur etwa zwei bis drei Mal gemacht werden muss. Das ist auch sehr zeitraubend.

Herr Fuchs, Sie beschreiben die Korrektur am ABI als energieraubend. Was ist daran so anstrengend?

Anstrengend sind für mich das Zuhören und das Erklären, wie der Ton für mich klingt. Für guthörende Menschen ist das wohl nicht nachvollziehbar. Wie ich die Töne fühle oder höre, muss ich gut erklären können. Wenn ich meine Erklärung nicht genau mitteilen kann, ist es auch mit den Einstellungen schwierig.

Herr Fuchs, Sie sagen, es gehe in kleinen Schritten voran. Was bessert sich? Und wie bemerken Sie die Veränderung?

Es hat sich die Lautstärke der Töne verbessert. Die Deutlichkeit des Tones wird bei jeder Einstellung verfeinert. Jedoch möchte ich sagen, dass es für den Sprachbereich immer noch zu wenig gut eingestellt ist.

Was hat sich für Sie im Alltag verändert? Kommen Sie dank ABI besser zurecht?

Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau beantworten. Für mich ist der Alltag immer gleichgeblieben. Es gibt jedoch durchaus Menschen in meinem Umfeld, die finden, dass ich besser höre oder sie besser verstehen.

Hat sich für Sie das berufliche Leben nach der Implantation im Februar 2018 verändert oder sogar verbessert?

Für mich hat sich mein berufliches Leben verbessert. Ich habe im August 2018 eine neue Stelle angetreten. Meine Vorgesetzten nehmen sehr viel Rücksicht auf meine Hörbehinderung, und dafür bin ich sehr dankbar.

Wie versteht Sie Ihre Frau? Mit Blicken und Gefühlen? Oder auch mit Worten?

Alles zusammen. Die Worte von Ihr zu hören, für das ist das ABI noch zu wenig gut eingestellt.

Wir verstehen uns jedoch mittlerweile nur mit Blicken oder verschiedenen Gesten. Alles in allem klappt es jedoch ziemlich gut.

 

 

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