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Erkrankungen der Gallenblase

Eine Behandlung des Gallensteinleidens sollte beim Auftreten von Beschwerden, besonders aber beim Vorliegen von Komplikationen erfolgen. Bei mäßigen Beschwerden kann der Operationszeitpunkt frei geplant werden. Treten aber akute Beschwerden oder Komplikationen (Gallenblasenentzündung, Gallengangsentzündung, Verschluss des Hauptgallengangs mit/ ohne Bauchspeicheldrüsenentzündung) auf, sollte unverzüglich eine Behandlung erfolgen.

Funktion der Gallenblase

Die Leber produziert die Gallenflüssigkeit und leitet sie über den Hauptgallengang in den Dünndarm. Hier ist sie ein wesentlicher Bestandteil der Verdauung von Fetten. Gesammelt, konzentriert und bei Bedarf freigegeben wird die Gallenflüssigkeit in der Gallenblase.

Anatomie

Die Gallenblase befindet sich am Leberunterrand und ist über einen Gang mit dem Hauptgallengang verbunden. Sie wird über ein eigenes Gefäßsystem mit Blut versorgt. Die Wand ist im Normalfall je nach Füllungszustand nur 1 – 2 mm dünn.

Gallenblasenerkrankungen

Die häufigste Erkrankung der Gallenblase ist die Entstehung von Gallensteinen und die dadurch verursachten Komplikationen. Gallensteine sind Ablagerungen in der Gallenblase, die sich aus Bestandteilen der Lebergalle (z.B. Bilirubin oder Cholesterin) zusammensetzen. Sie bilden sich vor allem in der Gallenblase (Cholecystolithiasis), können jedoch auch in den

Hauptgallengängen entstehen oder hier vorliegen (Choledocholithiasis). 20 – 40% der Menschen über 50 Jahre und etwa 70% der Menschen über 70 Jahre haben Gallensteine, nicht jeder Steinträger hat jedoch Beschwerden. Die Symptome der Gallensteine sind Schmerzen, oft krampfartig im rechten Oberbauch (Kolik), vor allem nach dem Genuss von fettreichen Speisen, gelegentlich in den Rücken ausstrahlend. Bei Vorliegen eines Gallengangsteins können eine Entfärbung des Stuhls und eine Dunkelfärbung des Urins auftreten. Als Komplikationen des Gallensteinleidens treten vor allem Entzündungen der Gallenblase (Cholecystitis) sowohl chronisch als auch akut mit Fieber auf. Eine schwere Entzündung kann bis hin zum Durchbruch der Gallenblase mit Bauchfellentzündung,

einem auch heute noch sehr bedrohlichem Krankheitsbild, führen. Seltener kommt es zu der sehr schweren Komplikation einer Bauchspeicheldrüsenentzündung. Als ebenfalls seltenere Erkrankungen sind die Entstehung von Gallenblasenpolypen und von bösartigen Gallenblasentumoren zu nennen.

 

Moderne Diagnostik von Gallenerkrankungen

Die Diagnostik der Gallenerkrankungen beginnt in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie mit einem Gespräch mit dem Patienten und der Erhebung der persönlichen und familiären Krankengeschichte. Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Als technische Untersuchung hat sich die Ultraschalluntersuchung durchgesetzt, hiermit lassen sich Gallensteine, eine Entzündung der Gallenblasenwand oder ein Aufstau der Gallenwege zuverlässig nachweisen. Ergänzend sind Blutuntersuchungen erforderlich, um eine Entzündung oder einen Gallenstau zu erkennen. Liegt ein Stau der Gallenwege vor, liegt dies meistens an einem Gallenstein der im Hauptgallengang eingeklemmt liegt. In diesem Fall sollte vor einer Operation eine Spiegelung des Magens und des Zwölf-Finger-Darms durch einen Gastroentrologen erfolgen (ERCP). Meistens kann im Rahmen dieser Untersuchung vor einer Operation der fragliche Stein aus dem Hauptgallengang

entfernt werden. In seltenen Fällen ist auch eine Magenspiegelung sinnvoll, hierbei können Magengeschwüre ausgeschlossen werden welche klinisch Symptome eines Gallensteinleidens vortäuschen können. Zur Abgrenzung anderer Diagnosen kann manchmal eine Computertomographie erforderlich sein.

Moderne operative Therapie von Gallensteinen

Als Behandlungsmöglichkeiten haben heute die medikamentöse Steinauflösung oder die

Steinzertrümmerung fast völlig an Bedeutung verloren. Die Behandlung der Wahl (Goldstandard) ist die Entfernung der Gallenblase mitsamt der darin enthaltenen Steinen. Diese Operation wird in Fulda in über 95% der Patienten in der schonenden „minimal-invasiven“ Technik (MIC), also der videounterstützten Operation über kleine Schnitte im Rahmen einer Bauchspiegelung durchgeführt. Alternativ, besonders beim Vorliegen von Verwachsungen im Bauchraum nach Voroperationen, kann die Gallenblase über einen Zugang unterhalb des rechten Rippenbogens konventionell entfernt werden. Bei der Operation treten nur selten Komplikationen auf, eine Neubildung von Steinen ist sehr selten.

Wie wird operiert

Nach Einleiten von CO2-Gas in die Bauchhöhle wird über einen kleinen Zugang am Nabel eine Videokamera in die Bauchhöhle eingebracht. Über weitere kleine (0,5 – 1,5 cm) Schnitte im rechten Oberbauch werden über sog. Trokare, welche als Schleusen dienen, langstielige dünne Instrumente eingeführt und dann die Gallenblase unter Kontrolle am Videomonitor entfernt.

Nach der Operation

Durch die kleineren Schnitte treten weniger Schmerzen auf, die Erholung ist schneller. Eine Entlassung ist meist bereits 3 Tage nach der Operation möglich.

Nach Operationen in der MIC-Technik sollte bis zur Wundheilung (ca. 14 Tage) körperliche Schonung erfolgen ( bei der offenen Operation für etwa 3 Monate), um einem Narbenbruch vorzubeugen. Eine besondere Diät ist nach Entfernung der Gallenblase nicht erforderlich.

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