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Krankhaftes Übergewicht (Morbide Adipositas)

Die Behandlung des krankhaften Übergewichts sollte nur an ausgewiesenen Zentren erfolgen. International anerkannt ist, dass eine besondere Erfahrung im Sinne einer Spezialisierung mit guten Behandlungsergebnissen verbunden ist. Spezialisiert ist eine Klinik für die Behandlung des krankhaften Übergewichts dann, wenn eine bestimmte Mindestmenge an Behandlungen durchgeführt wird und damit eine notwendige Erfahrung vorhanden ist sowie folgende Strukturen eingerichtet sind:

  • Gastroenterologie (Medizinische Klinik II)
  • Ernährungsmedizin (Medizinische Klinik II)
  • Ernährungsberatung (Patientenberatungszentrum)
  • Klinische Psychologie
  • Interdisziplinäres chirurgisch-gastoenterologisches Kolloquium
  • Viszeralchirurgie mit voller Weiterbildungsermächtigung
  • Selbsthilfegruppe
  • Spezielle Sprechstunden
  • Kooperation mit Rehabilitationsabteilungen

Alle diese Spezialisierungen werden am Klinikum Fulda vorgehalten und tragen damit zu einer ganzheitlichen Behandlung dieser Gesundheitsstörung bei.

Was Sie wissen sollten

Krankhaftes Übergewicht …

… betrifft jeden 3. erwachsenen Bundesbürger und zunehmend auch Kinder/Jugendliche

… ist in Abhängigkeit von der Ausprägung als chronische Gesundheitsstörung anerkannt

… bedingt Begleit- und Folgeerkrankungen wie z. B. hohen Blutdruck, Zuckerkrankheit, Gelenkverschleiß

… bedingt knapp 5% aller Gesundheitsausgaben der westlichen Industrieländer

… hat überwiegend mit Ernährung („zu viel“, „zu fett“ …) und mangelnder Bewegung zu tun

… kann familiär bedingt sein

Einteilung des krankhaften Übergewichts

Der Einteilung liegt der sog. Bodymass Index (BMI), also Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körperlänge, zu Grunde.

Ein Beispiel zur Berechnung des BMI:

Bei einem Gewicht von 110 kg und einer Körperlänge von 1,70 m errechnet sich ein Bodymass Index (BMI) nach der Formel 110 / (1,7 x 1,7) von 38,06

Stadieneinteilung (nach Welt-Gesundheits-Organisation, WHO):

Untergewicht BMI weniger als 18,5

Normalgewicht BMI 18,5 bis 25

Übergewicht BMI 25 bis 30

Krankhafte Adipositas Grad 1 BMI 30-35

Krankhafte Adipositas Grad 2 BMI 34-40

Krankhafte Adipositas Grad 3 BMI mehr als 40

Was machen, bei krankhaftem Übergewicht?

Ernährungsumstellung und eine individuelle Bewegungstherapie sind grundlegende Maßnahmen, die zu einer Gewichtsreduktion führen können. Wenn diese nicht greifen, dann kann eine Operation nachhaltig helfen.

Aber: Wie soll Ernährungsumstellung geschehen? Was ist, wenn diese Maßnahmen nicht helfen? Wie erfolgt eine Operation? … und viele andere Fragen mehr:

Diese Fragen können in unserem Adipositaszentrum unter fachkundiger Anleitung durch Mediziner, Ernährungsberater und Psychologen ausgiebig erfragt und/oder erlernt werden.

Sind Ernährungsumstellung und medikamentöse Maßnahmen, sofern diese überhaupt sinnvoll möglich sind, ausgeschöpft, so kommen operative Verfahren in Betracht.

Was heißt Adipositaszentrum?

Am Klinikum Fulda wurde das Adipositaszentrum Klinikum Fulda nach den Richtlinien der Deutschen Adipositas Gesellschaft und eine Adipositas-Selbsthilfegruppe gegründet. Adipositaszentrum bedeutet, dass durch die Zusammenarbeit verschiedener Fachabteilungen wie Medizinische Klinik II mit Schwerpunkt Magen- und Darmerkrankungen, Diabetologie und Ernährungsmedizin, Ernährungsberatung, Klinik für Psychiatrie und Psychologie und Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie eine ganzheitliche individuelle Therapie angeboten wird.

Was ist die Adipositas Selbsthilfegruppe Fulda?

Eine Adipositas Selbsthilfegruppe ist für alle Menschen gedacht, die an krankhaftem Übergewicht leiden. Man kann hier Probleme austauschen, von anderen lernen, seine Erfahrungen an andere Betroffene weitergeben und auch viel über Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten etc. durch verständliche Fachvorträge lernen. Die Selbsthilfegruppe hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere Betroffene, die bereits mehrere erfolglose Diäten durchgeführt haben und bei denen aufgrund dessen möglicherweise eine Operation sinnvoll ist, zu beraten. Stets sind eine Ernährungsberaterin und ein Arzt zugegen, um entweder durch kurze Vorträge zu informieren oder um Fragen der Betroffenen zu beantworten oder einfach auch nur um zu helfen.

Am Klinikum Fulda gibt es eine Selbsthilfegruppe, die sich in regelmäßigen Abständen (jeder 2. Montag im Monat, 18.00 Uhr und 19.30 Uhr, Konferenzraum Psychiatrie im Klinikum Fulda) trifft.

Sie wurde gegründet von Frau Ramona Gerbing, die selber durch eine Operation inzwischen normalgewichtig ist und vom leitenden Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dr. Rüttger geleitet.

Kontakt erhalten Sie über Telefon: (0661) 84-5612, von 08:00 bis 16:00 Uhr oder info@magenband-selbsthilfegruppe.de.

Der Besuch der Selbsthilfegruppe ist für Betroffene und deren Angehörige besonders hilfreich, weil neben Patienten, die eine Operation in Erwägung ziehen andere Patienten teilnehmen, die bereits operiert wurden und über ihre Erfahrungen berichten können.

Wenn ich eine Beratung haben möchte…

Wenn Sie und Ihr behandelnder Arzt eine Beratung durch einen Spezialisten für erforderlich halten, so erfolgt zunächst ein Gesprächstermin in der Adipositassprechstunde der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Hier erfolgt eine Beratung. Sollte eine Operation, da alle anderen Möglichkeiten bereits nicht erfolgreich waren, erforderlich sein, helfen wir Ihnen bei der Planung des weiteren Vorgehenes z. B. auch bei der Kostenzusage durch ihre Krankenversicherung.

Wenn operiert werden muss…

In der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Klinikum Fulda gAG wird langjährig von erfahrenen Operateuren (Viszeralchirurgen) das gesamte Spektrum der Adipositaschirurgie angeboten. Dies reicht vom Gastric banding (Magenband) über die sog. Sleeve gastrectomy (Magenschlauchbildung) bis zum Gastric Bypass und Duodenal Switch (Umleitungsoperationen). Prinzip der verschiedenen Operationsverfahren ist immer eine Magenverkleinerung mit/ohne Magenteilentfernung. Durch Verkleinerung des Magenvolumens wird die Menge der Nahrungsaufnahme vermindert und ein frühzeitiges Sättigungsgefühl erreicht. Zusätzlich werden, mit Ausnahme des Magenbandes, Anteile des Magens entfernt, in denen Hormone gebildet werden, die Einfluss auf (Ausnahme: Magenband) das Hungergefühl haben. Ein weiterer Schritt kann die Verminderung der Kalorienaufnahme durch Umgehung des größten Teils des Dünndarms, der für die Nahrungsaufnahme (Resorption) zuständig ist, sein.

Die Ergebnisse der ersten internationalen Konferenz zur Behandlung des krankhaften Übergewichts im Oktober 2007 in New York zeigen, dass die Magenbandoperation nur noch in Ausnahmefällen sinnvoll ist. Bestes Verfahren ist die Bildung eines Magenschlauchs (Sleevegastrectomy).

Was sollte an modernen Instrumenten/Geräten/Ersatzstoffen vorgehalten werden?

  • Minimal invasive Operationstechnik
  • Videotechnik
  • Ultraschallmesser (blutarmes Operieren)
  • Moderne Klammernahtgeräte

Alle genannten modernen Instrumente und Geräte werden an der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie vorgehalten. Die Klinik veranstaltet regelmäßig Weiterbildungskurse für Ärzte zur Weitergabe dieser modernen Techniken.

Wie sollte operierte werden?

In der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie werden bei strenger Indikationsstellung ca. 50 Operationen jährlich bei krankhaftem Übergewicht durchgeführt. Standard ist eine minimalinvasive Technik, also Schlüssellochchirurgie. Die o. e. verschiedenen Operationstechniken werden individuell ausgewählt und je nach zu Grunde liegender Situation angewendet.

Nach der Operation…

Fast alle Patienten sind nach der Operation weitgehend beschwerdefrei, der Krankenhausaufenthalt nach der Operation dauert 5-7 Tage, zunächst auf einer speziellen Wachstation (intermediate care station) mit spezieller Überwachung, dann auf einer Normalstation. Zunächst erfolgt eine flüssige Ernährung, die später schrittweise auf festere Kost umgestellt wird.

Nach der Operation erfolgen dann:

  • Besprechung der Operation
  • fortgeführte Ernährungsberatung
  • gemeinsame Planung des weiteren Vorgehens
  • weitere ambulante Behandlung durch den Hausarzt/zuweisenden Arzt sowie in immer

größeren Abständen in der Adipositassprechstunde der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie (Anpassung von Medikamenten, Vitaminen, Besprechung körperlicher Aktivitäten u. a.)

  • Merkzettel/Information über alle wichtigen Aspekte

Sollten Sie Fragen haben, so setzten Sie sich doch bitte mit der Klinik für Allgemein- und Visteralchirurgie in Verbindung, am besten in einem persönlichen Gespräch, Telefon: (0661) 84-5611.

Bleiben Sie mit uns in Kontakt - Ihre Fragen und Anregungen sind uns wichtig!

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