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CT-gestützte Eingriffe (Neuroradiologie)

Der Computertomograf erzeugt zweidimensionale Querschnittsbilder und dreidimensionale Datensätze des menschlichen Körpers. Im Gegensatz zum konventionellen Röntgen macht der Computertomograf auch Weichgewebe sichtbar. Das eröffnet die Möglichkeit, nicht nur Diagnosen zu stellen, sondern unter computertomografischer Sicht bestimmte Arbeitsgeräte wie Punktionsnadeln, Führungsdrähte oder Katheter millimetergenau in der Zielstruktur zu platzieren. Im Bereich von Kopf, Hals und Wirbelsäule gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten für CT-gestützte Eingriffe.

  1. CT-gestützte Schmerztherapie

Viele Patienten mit Wibelsäulenleiden haben zwar Schmerzen, aber keine eigentlichen Nervenausfälle wie Lähmungen oder Gefühlsstörungen. Sind Verschleißerscheinungen an den Wirbelgelenken oder Irritationen von Nervenwurzeln hierfür die Ursache, so kann man in einer solchen Situation durch eine einfache CT-gestützte Behandlung Linderung bewirken, oft sogar dauerhaft. Der Patient liegt für diese Behandlung auf dem Untersuchungstisch im CT. Unter CT-Sicht wird eine dünne Nadel millimetergenau an das entsprechende Wirbelgelenk oder an die entsprechende Nervenwurzel herangeführt. Anschließend nimmt man eine Probeinjektion mit Kontrastmittel vor. Wenn sich das Kontrastmittel dann wie gewünscht in der Zielstruktur verteilt, wird anschließend ein Schmerzmittel injiziert. In Abhängigkeit von der Wirkung der Behandlung kann man dann z. B. im Rahmen einer Folgebehandlung zusätzlich ein entzündungshemmendes Medikament injizieren. Diese Eingriffe sind natürlich nicht sinnvoll, wenn der Patient bereits Ausfallserscheinungen seitens seiner Nerven hat. Daher ist in jedem Einzelfall die enge Zusammenarbeit zwischen klinischem Zuweiser und dem Interventionalisten erforderlich. Die Eingriffe sind wenig aufwendig und risikoarm, daher werden sie überwiegend ambulant durchgeführt. Oft bedarf es aber mehrerer Sitzungen, bis der Therapieeffekt von Dauer ist. Milde Blutverdünner wie beispielsweise ASS müssen vorher nicht zwingend abgesetzt werden.

Meistens verbessern sich die Beschwerden des Patienten von Sitzung zu Sitzung, sodass man die Behandlung irgendwann nicht mehr weiterzuführen braucht und das Behandlungsziel erreicht ist. Es gibt aber auch Situationen, wo der Patient gut anspricht, die Schmerzen aber dann bis zur Folgebehandlung jedes Mal das Ausgangsniveau erreichen. In diesem Fall kann die dauerhafte Ausschaltung eines Nerven den Therapieeffekt verlängern. Die Ausschaltung kann man ebenfalls CT-gestützt ambulant vornehmen. Ähnlich wie bei der CT-gestützten medikamentösen Schmerztherapie wird eine Nadel unter CT-Sicht an die zu behandelnde Struktur vorgebracht. Allerdings wird anschließend kein Medikament eingespritzt, sondern das Gewebe wird erhitzt. In einem Radius von wenigen Millimetern Umgebung um die Nadelspitze wird der hier durchziehende Nerv dauerhaft ausgeschaltet. Auch dieses Verfahren ist nebenwirkungsarm. Allerdings kann es in Einzelfällen durch Phantomschmerzen zum Wiederauftreten von Beschwerden kommen. Daher sollte man diesen Eingriff nur vornehmen, wenn seitens des Patienten ein hinreichender Leidensdruck besteht.

  1. CT-gestützte Gewebeentnahme (Biopsie) oder Punktion

Das bildgestützte Vorschieben von Nadeln oder Kanülen kann man auch dazu nutzen, um ganz gezielte Gewebeproben zu entnehmen. Handelt es sich bei dem Gewebe z. B. um einen soliden Tumor, so kann man unter Schonung gesunder Strukturen eine Kanüle im Tumorgewebe platzieren und anschließend mittels einer Stanze einen kleinen Gewebszylinder entnehmen, der dann im Labor untersucht wird. Wenn es sich um Ansammlungen von Flüssigkeit handelt, lassen sich diese ebenfalls leicht mit einer Nadel punktieren und absaugen. Durch diese CT-gestützten Punktionen ist es beispiels­weise leicht möglich, zwischen einem Abszess oder einer postoperativen Ansammlung von Gewebeflüssigkeit  zu unterscheiden. Wird die gewonnene Flüssigkeit auf Bakterien untersucht, lässt sich sogar ermitteln, welches Antibiotikum bei dem gefundenen Erreger am besten wirkt.

CT-gesteuerte Punktionen sind auch in so komplexen Regionen wie im Gesichtsschädel und unter der Schädelbasis möglich. Hier erfordern sie aber gute anatomische Kenntnisse, damit es nicht zur Schädigung von Gefäßen oder Nerven oder sonstigen wichtigen Strukturen kommt.

Größere Flüssigkeitsansammlungen, wie beispielsweise Abszesse lassen sich CT-gesteuert nicht nur abpunktieren, sondern man kann über einen eingelegten Führungsdraht als Schienung  einen Drainagekatheter einlegen und die Flüssigkeit über einen längeren Zeitraum nach außen ableiten.

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