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Schädelbasischirurgie

Als Schädelbasis beschreibt man den unteren Teil des Schädels einschließlich der Übergänge zur Halswirbelsäule, zum Nasenrachenraum, zum Gesichtsschädel und zum Ohrknochen. Die Schädelbasis ist eine sehr komplexe Region, in welcher viele wichtige Strukturen verlaufen, zum einen der Hirnstamm, der  für die Regulation von Atmung, Herz-Kreislaufsystem sowie Wachsein verantwortlich ist, zum anderen ist  die Schädelbasis Ein- und Austrittsstelle für alle Hirnnerven und wichtigen Blutgefäße. Krankheitsgeschehen in diesem Bereich fallen manchmal erst durch Ausfälle oben genannter Strukturen auf.

Solche Krankheitsgeschehen können einerseits Brüche der Schädelbasis (Frontobasis- bzw. Felsenbeinfraktur) oder akute entzündliche Erkrankungen des Ohrknochens (Mastoiditis) oder des Gehirns (Hirnhautentzündung, Hirnabszess), sowie gut- oder bösartige Tumoren der Nase und der Nasennebenhöhlen (z.B. invertierte Papillome, Adenokarzinome, Ästhesioneuroblastome, Sarkome) und andere schädelbasisnahe Tumore (z.B Angiofibrome (juveniles Nasenrachenfibrom), Hypophysentumore, Clivuschordome, Meningeome) bzw. der seitlichen Schädelbasis Paragangliome (Glomustumore) und  Akustikusneurinome sein.

Die Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen erfordert die interdisziplinäre Zusammenarbeit mehrerer Fachabteilungen. So haben sich in Fulda seit 2006 mehrere Kliniken und Institute zu einem Schädelbasiszentrum zusammengeschlossen, dem ersten Schädelbasiszentrum außerhalb einer Universität. Neurochirurgen, HNO-Ärzte, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, sowie Neuroradiologen, Pathologen und Strahlentherapeuten stehen hier in enger Zusammenarbeit.  Alle betroffenen Patienten werden im Kopf- und Schädelbasis-Zentrum behandelt und in der fachübergreifenden Schädelbasiskonferenz besprochen. Anhand von entsprechender Bildgebung Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT)) und der Beschwerdesymptomatik des Patienten und seinen Vorerkrankungen, sowie der Ausdehnung und Lage der Schädelbasiserkrankung wird die Behandlung diskutiert. Hierbei wird entschieden, ob eine Operation möglich und im Gesamtzusammenhang sinnvoll ist, welche Fachabteilungen im Falle einer Operation zusammenarbeiten, welcher Zugangsweg sich am besten eignet den Krankheitsprozess zu beseitigen oder welche alternativen Behandlungsmöglichkeiten zum Beispiel von Seiten der Strahlentherapie bestehen (z.B. bei hohem Narkoserisiko bei schwerer allgemeiner Vorerkrankung oder erheblicher Einschränkung der Lebensqualität postoperativ). Das Ziel ist immer die bestmögliche Therapie für jeden Patienten zu finden.

Im Falle einer Operation kann es neben der entsprechenden Bildgebung nötig sein gefäßreiche Prozesse vorher durch die Neuroradiologie mit Hilfe von Kathetern und Verschluss der zuführenden Gefäße zu behandeln (Embolisation z.B bei Glomustumoren oder dem juvenilen Angiofibrom). Bei der Operation kommen weiterhin Hilfsmittel wie Neuromonitoring (elektrische Überwachung der Nerventätigkeit) und eine intraoperative Navigation routinemäßig zum Einsatz. Hierbei dient die vorher angefertigte Schnittbildgebung (CT, MRT) als „Landkarte“, die dem Operateur bei schwieriger und veränderter Anatomie hilft den Eingriff durchzuführen.

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