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Herz-Thorax-Zentrum durch spezielle „Brustschmerz-Einheit“ gut gerüstet

Aktuelles
14.12.2020
Klinikum Fulda HTZ CPU (1 0)

„Mehr Herztote im Lockdown“. Zu diesem Ergebnis kam eine hessische Studie, in die auch Daten aus Osthessen eingegangen sind. Während des Lockdowns starben in Hessen mehr Menschen an einer Herzerkrankung als im Vergleichszeitraum 2019. Darüber hinaus wurden weniger Patienten mit Herzbeschwerden in die hessischen Kliniken eingewiesen und auch wesentlich weniger Herzkatheter durchgeführt als im Vorjahreszeitraum.

Das lässt den Schluss zu, dass sich in der ersten Corona-Welle viele schwer kranke Herzpatienten nicht im Krankenhaus vorgestellt haben. Möglicherweise erklärt sich so die erhöhte Sterblichkeit an Herzerkrankungen. In der zweiten Corona-Welle sollte sich diese besorgniserweckende Entwicklung nicht wiederholen.

Die Versorgung von Herzpatienten in Osthessen ist trotz der aktuellen Corona-Pandemie gesichert: Hausärzte und niedergelassene Kardiologen arbeiten eng zusammen und haben gemeinsam Kriterien entwickelt, welche Patienten vordringlich in die Klinik eingewiesen werden müssen. Im akuten Notfall wie beispielsweise bei Beschwerden wie Druck auf der Brust oder plötzlicher Atemnot auch in Verbindung mit starken Brustschmerzen in Ruhe sollte nicht gezögert werden und der Notarzt zur Hilfe gerufen werden.

Für die Abklärung von akuten Brustschmerzen steht im Herz-Thorax-Zentrum des Klinikums Fulda eine spezielle Brustschmerz-Einheit („Chest Pain Unit“) zur Verfügung, die in der Medizinischen Klinik I, Kardiologie (Direktor Prof. Dr. Volker Schächinger) etabliert wurde.
Hier findet die Versorgung von Herzpatienten streng getrennt von der Versorgung von Corona-Patienten statt. „In der „Chest Pain Unit“ ist die die kardiologische Diagnostik so gebündelt, dass wir innerhalb von kürzester Zeit entscheiden können, ob ein gravierendes Herzproblem vorliegt. Wenn die Brustschmerzen andere Ursachen haben kann der Patient auch rasch wieder entlassen werden“, erläutert Schächinger die Vorgehensweise.
Niedergelassene Ärzte können ihre Patienten mit unklaren Beschwerden direkt in der Brustschmerzeinheit anmelden.

Auch die Zentrale Notaufnahme (ZNA) des Klinikums Fulda leitet Patienten mit Herzbeschwerden direkt an die Spezialeinheit „Chest Pain Unit“ weiter. Dort erfolgt eine strukturierte Diagnostik, ob ein Herzinfarkt vorliegt mit u.a. Laborbestimmungen auf einen Herzschaden, EKG und gegebenenfalls eine erste Ultraschalldarstellung des Herzens. Sollte sich dabei die Vermutung erhärten, dass ein gravierendes Herzproblem vorliegt, kann unmittelbar eine weitere Diagnostik und Therapie im Herzkatheterlabor angeschlossen werden, z.B. die Aufdehnung eines verengten bzw. verschlossenen Herzgefäßes mit Stents.
In der Regel ist die Abklärung nach ca. 2 bis 3 Stunden abgeschlossen.

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