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EndoProthetikZenturm

Hüftendoprothetik

Als Haus der Maximalversorgung verfügt die Klinik im Bereich der Hüftendoprothetik über ein langjähriges und breites Erfahrungsspektrum. Daher werden aus einem großen Einzugsbereich regelmäßig Patienten mit Problemen zugewiesen. Somit ist über die Jahrzehnte ein überregionales Kompetenzzentrum gewachsen.

Um die Strukturen und die Qualität kontinuierlich objektiv prüfen zu lassen, ist die Klinik als Endoprothetikzentrum (EPZ) durch die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und die Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik (AE) zertifiziert. So wird jedem Patienten die Behandlung durch einen erfahrenen Operateur gewährleistet.

Durch die enge Kooperation mit anderen Abteilungen des Klinikums, dem Labor einschließlich der Blutbank, der Anästhesie und Schmerztherapie, dem Radiologie-Zentrum und der Physiotherapie entsteht eine kompetente interdisziplinäre Bündelung aller Ressourcen in einem Haus.

Vorteile der operativen Gelenkendoprothetik am Klinikum Fulda

  • Operation in einem zertifizierten Prothesenzentrum (EPZ) durch einen erfahrenen Hauptoperateur
  • Enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den anderen Kliniken und Instituten zur Minimierung des Operationsrisiko’ s
  • Standardisierte Behandlungsabläufe mit regelmäßiger externer Überprüfung zur Sicherung der Behandlungsqualität
  • Ganzheitliches Behandlungskonzept:
    • Optimale präoperative Patienteninformation und Vorbereitung während eines Informationsnachmittags
    • Standardisiertes Konzept zur postoperativen Schmerztherapie
    • In der Region einmaliges Übungsparcours zur Verbesserung der Gehfähigkeit während des stationären Aufenthaltes und zur Vorbereitung auf die Entlassung
    • Fortschrittliches Hygienekonzept
  • Große Erfahrung mit Prothesen-Wechseloperationen

Übungsparcour des Endoprothetikzentrums

 

Was ist ein zertifiziertes Endoprothesenzentrum (EPZ)?

Es gibt in Deutschland verschiedene Initiativen, die die Versorgungsqualität von künstlichen Hüft- und Knieprothesen messen und letztendlich verbessern möchten. Viele dieser Initiativen haben jedoch bei der Datenerhebung erhebliche Fehlerquellen.

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und die Arbeitsgemeinschaft für Endoprothetik (AE) als Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) haben daher 2009 eine Arbeitsgruppe aus Experten gebildet, um die Kriterien einer qualitativ guten endoprothetischen Versorgung von Patienten zu definieren. Es wurde die EndoCert-Initiative ins Leben gerufen, um Kliniken einer objektiven Qualitätsüberprüfung durch Experten unterziehen zu können.

Seit 2012 können sich Kliniken als EPZ zertifizieren lassen. Zusätzlich müssen zertifizierte Kliniken am Deutschen Endoprothesenregister (EPRD) teilnehmen und melden ihre Patienten anonymisiert zur Überprüfung der langfristigen (30 Jahre) Behandlungs- und Implantate-Qualität.

Die inhaltlichen Anforderungen der Zertifizierung werden jährlich von externen Fachexperten geprüft und bestätigt. Hierbei wird insbesondere die Prozessqualität in den Kliniken beurteilt. Die Qualität der operativen und medizinischen Versorgung findet durch Einzelfallprüfungen von Akten und Röntgenbildern statt. Im Rahmen dieser Prüfung wird auch die korrekte Indikation zur endoprothetischen Versorgung beurteilt. Kein Patient wird unnötig operiert.

Wesentliche Anforderungen an ein EPZ

  • Mindestens 100 Endoprothesen-Operationen pro Jahr
  • Mindestens 2 Hauptoperateure
  • Mindestens 50 Operationen pro Hauptoperateur
  • Teilnahme am EPRD
  • Einhaltung von definierten Qualitätsstandards (z. B. Operationszeiten und korrekte Winkeleinstellungen in den postoperativen Röntgenbildern)
  • Nachweis von regelmäßigen Aus-, Weiter- und Fortbildungen der Mitarbeiter
  • Etablierung von interdisziplinären Behandlungspfaden

Minimalinvasive OP-Technik

Eine Minimalinvasive OP-Technik bedeutet in der Hüftendoprothetik ein muskelschonendes OP-Verfahren. Hierdurch wird in der Anfangsphase nach der Operation eine schnellere Rekonvaleszenz erzielt. Überwiegend wird an unserer Klinik der sogenannte modifizierte anterolaterale Zugang nach Watson-Jones verwendet. Hierbei müssen für den Zugang zur Hüfte und zur Prothesenimplantation keine Muskeln abgelöst werden, sondern es wird eine Muskellücke als Zugang genutzt.

Trotz des kleineren Zuganges können die wichtigsten Ziele in der Endoprothetik, der korrekte Sitz der Pfannen- und Schaftkomponente, erreicht werden. Der gute Sitz der eingebrachten Prothesenkomponenten ist für ein langfristig gutes Ergebnis entscheidend.

Nicht alle Hüftgelenke sind für einen minimal-invasiven Zugang geeignet. Ob ein minimalinvasiver Zugang bei Ihnen in Frage kommt, besprechen wir anhand spezieller Röntgenbilder in der Sprechstunde.

Welche Prothesenformen gibt es?

Kurzschaft-Prothese

Kurzschaftprothesen gibt es bereits seit 1979 (Pipino in Genua). Jedoch gab es in den ersten Jahrzehnten mit der Standfestigkeit der Prothesen Probleme. Inzwischen bieten einige Hersteller Implantate mit guten Standzeiten über 12-15 Jahre an. Der Kurzschaft wird zementfrei verankert und benötigt eine exakte ovale Geometrie des Schenkelhalses mit fester Knochenqualität in den Verankerungsregionen. Daher sind nicht alle Patienten für die Implantation einer Kurzschaftprothese geeignet. Eine Planung muss anhand spezieller Röntgenaufnahmen erfolgen. Die Vorteile der Kurzschaftprothese liegen in der deutlich geringen Knochenresektion für die Verankerung, so dass für spätere Wechseloperationen mehr Knochensubstanz zur Verfügung steht. Im alltäglichen Leben bemerken die Patienten einen Unterschied zwischen einer Kurzschaft und einer Geradschaftprothese nicht.

Geradschaft-Prothesen (zementiert oder zementfrei)

Die Implantation einer Geradschaftprothese stellt zurzeit bezüglich der Langzeithaltbarkeit den Goldstandard der Versorgung dar. Der von uns verwendete zementfreie Geradschaft (Spotorno oder CLS Schaft) ist seit über 35 Jahren auf dem Markt und weist in den Prothesenregistern beste Ergebnisse in der Standzeit auf. Standzeit bedeutet bei diesem Implantat, dass nach 15 Jahren noch ca. 97% der Schäfte im Knochen fest verankert sind.

Der Vorteil der zementfreien Verankerung liegt in der leichteren Wechseloperation bei Lockerung der Prothese, da kein Knochenzement (Kunststoff – Polymethylmetacrylat) aus der Oberschenkelröhre entfernt werden muss. Für die zementfreie Verankerung ist jedoch ein fester Oberschenkelknochen mit einer trompetenförmigen Grundform erforderlich.

Sollte dies bei Ihnen z.B. aufgrund einer Osteoporose nicht möglich sein, stehen zementierte Geradschäfte zur Verfügung. Mit diesen kann letztendlich auch die schwierigste Situation beherrscht werden.

Wichtig bei der Zementierung ist eine saubere Anmischtechnik mit Vakuum, eine spezielle Applikationstechnik und die Verwendung eines Zementsperrers, um ein Abfließen des Zementes in die unteren Oberschenkelanteile zu verhindern. Gerade diese Details sind für langfristig gute Ergebnisse eines zementierten Schaftes von entscheidender Bedeutung.

Gleitpaarungen Hüftkopf – Pfanne

Das Abrieb-Verhalten zwischen Hüftkopf und Pfanne spielt eine entscheidende Rolle bei der Langzeithaltbarkeit von Prothesen. Durch die Reibung zwischen Kopf und Pfanne entstehen mikroskopisch kleine Abriebpartikel, die im Knochen zu einer Hormonaktivierung führen, durch welche der Knochen in dem die Prothese verankert ist, langsam aufgelöst wird. Es können über die Jahre sehr große Defekte im Knochen entstehen. Diese stellen bei Wechseloperationen eine Herausforderung dar.

Die ersten guten Gleitpaarungen stellten vor ca. 50 Jahren eine Kombination aus Polyäthylenpfanne und Keramikkopf dar. Danach entwickelten sich Metall/Metall-Gleitpaarungen. Diese wurden im Verlauf von Keramik/Keramik Gleitpaarungen abgelöst. Diese Keramik/Keramik Kombinationen brachten jedoch besondere Komplikationen mit sich. Es kam in seltenen Fällen zu Explosionen der Keramik, so dass Wechseloperationen notwendig und sehr kompliziert wurden.

Die aktuell beste Versorgung stellt eine Kombination aus ultrahochvernetztem Polyäthylen und Keramikkopf der „Delta-Generation“ dar. Bei der Deltageneration werden dem Keramik Zinkmoleküle zur Erhöhung der Bruchfestigkeit beigemischt. Hierdurch gelang es der Industrie die Kopfdurchmesser von anfänglich 22mm auf aktuell 36mm zu erhöhen. Dadurch entwickelte sich ein natürlicheres Gelenkspiel der Prothese und die Luxationssicherheit steigt erheblich.

 

Wechsel-Operationen

Aufgrund der demographischen Entwicklung werden Hüftendoprothesen Wechsel-Operationen immer häufiger und immer komplexer, da sich einige Patienten bereits zur 2. oder 3. Wechsel-Operation vorstellen.

Um in dieser Situation angemessen reagieren zu können, ist ein besonders breites Portfolio an diagnostischen Untersuchungsverfahren (z.B. Radiologie und Nuklearmedizin mit PET-CT) und Implantaten erforderlich. Sämtliche Untersuchungsmethoden und Implantate werden am Klinikum Fulda vorgehalten.

Auch die Kooperation mit anderen klinischen Disziplinen ist besonders wichtig, da es sich häufig um ältere Patienten mit teils erheblichen Vorerkrankungen handelt. Eine enge Zusammenarbeit insbesondere mit der Klinik für Anästhesie und den Kliniken für Innere Medizin ist seit vielen Jahren etabliert.

Narkoseverfahren und Schmerztherapie

Die Implantation einer Hüftprothese kann in Vollnarkose oder „Rückenmarksnarkose“ (Spinalanästhesie) erfolgen. Das für Sie beste Verfahren besprechen wir in enger Zusammenarbeit mit den Ärzten der Klinik für Anästhesie wobei Ihre Wünsche, sofern medizinisch vertretbar, selbstverständlich berücksichtigt werden.

Zusätzlich zu den standardisierten postoperativen Schmerztherapiemaßnahmen kann im Rahmen der Narkoseeinleitung kurz vor der Operation eine lokale Betäubung des vorderen Oberschenkelnerven (Nervus femoralis) durchgeführt werden (sog. Regional-Anästhesie). Diese Maßnahme reduziert den Schmerzmittelbedarf kurz nach der Operation erheblich.

Außerdem stehen sogenannte „Schmerzpumpen“ zur Verfügung. Es handelt sich um computergesteuerte Infusionssysteme, über die nach der Operation Schmerzmittel über eine Infusionsnadel in das Venensystem appliziert werden können. Über eine Handsteuerung können Sie selbst zu jeder Zeit die Pumpe aktivieren und die Schmerzmittelgabe selber steuern. Wartezeiten auf Schmerzmittel entfallen. Der Computer des Systems überwacht die Infusionsmenge, so dass Überdosierungen ausgeschlossen sind.

Erweitertes Hygiene-Management zur Infektprophylaxe

Die Infektion einer Endoprothese stellt eine schwerwiegende Abweichung einer Operation dar. Der strikten Infektionsvermeidung kommt daher ein hoher Stellenwert zu. Die gesetzlichen Vorgaben der Technische Hygiene sind durch Umsetzung entsprechender bautechnischer Maßnahmen im OP erfüllt; Hygienemaßnahmen im gesamten Aufenthalt werden in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Krankenhaushygiene vollumfänglich eingehalten. Diese Maßnahmen beinhalten auch ein systematisches MRSA-Screening bei Risikopatienten.

Darüber hinaus haben wir die Infektionsprophylaxe zusätzlich um besondere Schritte erweitert:

Zunächst werden in der Vorbesprechung der Operation mögliche erhöhte Risiken durch Vorerkrankungen und Medikamente der Patienten ermittelt. Zudem werden berufliche Expositionen, die eine erhöhte Infektionsgefahr mit sich bringen können, erfasst. Entsprechend der ermittelten Risiken kann eine standardisierte und routinemäßig angewandte perioperative Antibiotikaprophylaxe erweitert werden. Außerdem erfolgt intra-operativ eine angepasste lokale Antibiotikum-Applikation. Zusätzlich bieten wir allen Patienten eine präoperative Dekontamination der Hautoberfläche und des Nasenraumes an.

Patienteninformationstag

Wir bieten allen Patienten, die einen Operationstermin erhalten haben, eine spezielle Schulung im Vorfeld der Operation an. Es werden detaillierte Informationen zu den Operationen und dem gesamten Behandlungsablauf angeboten. Des Weiteren werden Übungen mit der Krankengymnastik an Gehstützen durchgeführt. Der Sozialdienst bespricht mit Ihnen bereits im Vorfeld eine Planung der Rehabilitation. Eine Einladung und nähere Informationen erhalten Sie in unserer Sprechstunde.

Bleiben Sie mit uns in Kontakt - Ihre Fragen und Anregungen sind uns wichtig!

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