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Myelografie/Zisternografie

Hirn und Rückenmark schwimmen in einer Flüssigkeit, dem so genannten Liquor cerebrospinalis („Nervenwasser“). Auch in den Hirnkammern befindet sich Liquor. Dieser ist eine wasserklare Flüssigkeit, die durch Kontrastmittel sichtbar gemacht werden kann. In der Regel erreicht man den Liquorraum über eine Lumbalpunktion. Dazu wird mit einer dünnen Nadel der Wirbelkanal in Höhe der mittleren oder unteren Lendenwirbelsäule punktiert. Es wird etwas Liquor entnommen und anschließend Kontrastmittel gegeben. Dieser Eingriff hat den Vorteil, dass der gleichzeitig gewonnene Liquor anschließend im Labor untersucht wird. Viele Erkrankungen können nämlich nicht mittels der Bildgebung dargestellt werden, fallen aber dann spätestens bei der Laboruntersuchung auf.

Für die Lumbalpunktion benutzt man sogenannte atraumatische Nadeln mit einem entsprechenden Anschliff. Dadurch wird das Punktionsloch im Rückenmarksschlauch möglichst klein gehalten. Das verringert die Häufigkeit lästiger Nebenwirkungen nach der Punktion wie z.B. Kopfschmerzen oder Schwindel, die früher sehr häufig waren. Nach der Lumbalpunktion und Gewinnung von wenigen Millilitern Liquor werden anschließend 10 bis maximal 15 Milliliter eines geeigneten Kontrastmittels eingegeben. Bei der Myelografie fertigt man anschließend  Aufnahmen des interessierenden Wirbelsäulenabschnitts an. Besonders hilfreich ist dabei, dass man an der Lendenwirbelsäule Röntgenaufnahmen im Stehen und in bestimmten Funktions­stellungen durchführen kann. Die Verhältnisse sind in der Belastungssituation oft dramatisch anders, als wenn die Patienten entspannt und waagrecht auf einem Untersuchungstisch liegen wie zum Beispiel im CT oder MRT. Für die Untersuchung der Halswirbelsäule muss man das Kontrastmittel von der Lendenregion nach oben schaukeln. Das erreicht man, indem man den Patienten für einige Sekunden in Kopftieflage verbringt. Das Kontrastmittel hat ein höheres spezifisches Gewicht als Liquor und fließt der Schwerkraft folgend in Richtung Halswirbelsäule.

Um die diagnostische Ausbeute nach der einmal erfolgen Kontrastmitteleingabe zu erhöhen und um sich nicht allein auf die Röntgen-Übersichtsaufnahmen verlassen zu müssen, fertigt man routinemäßig nach jeder Myelografie Computertomogramme an. Dabei beschränkt man sich auf die von der Myelografie her auffälligen Wirbelsäulenabschnitte, bzw. auf die Region, wo man aufgrund der klinischen Voruntersuchung krankhafte Befunde erwarten würde.

Eine Sonderform der Myelografie ist die sogenannte Zisternografie. Hierbei sucht man beispielsweise nach Stellen im Kopf, vor allem an der Schädelbasis, an denen das Kontrastmittel durch krankhafte Lücken austreten kann. Dazu lässt man das Kontrastmittel im Rahmen der Untersuchung absichtlich in das Schädelinnere eindringen und fertigt unmittelbar im Anschluss daran eine hochaufgelöste Computertomografie an.

Patientenvorbereitung: Rechtzeitige Aufklärung, spätestens am Vortag. Bestimmung der Gerinnungswerte (INR, PTT, Thrombozytenzahl). Plättchenhemmer müssen eine Woche vorher abgesetzt werden. Eine intrakranielle Raumforderung muss ausgeschlossen sein. Ein Anfallsleiden ist eine relative Gegenanzeige, erforderlichenfalls muss vorsorglich ein Medikament gegeben werden. Eine Schilddrüsenüberfunktion muss ausgeschlossen sein.

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