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Nasennebenhöhlenerkrankungen

Bei den Nasennebenhöhlen handelt es sich um paarig angelegte, mit Luft gefüllte und mit Schleimhaut ausgekleidete Hohlräume des Schädels. Diese werden über die Nasenhöhle drainiert. Neben ihren Resonanzeigenschaften sind sie Teil des Atmungstraktes. Dazu gehört die Kieferhöhle (Sinus maxillaris), Stirnhöhle (Sinus frontalis), Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis) und die Siebbeinzellen (Cellulae ethmoidales). Bei der Geburt sind nur die Siebbeinzellen ausgebildet. Ab dem 1. Lebensjahr beginnt die Entwicklung der Stirnhöhlen, erst mit Abschluss des Schädelwachstums (20.-25. Lebensjahr) erreichen die Nebenhöhlen ihre endgültige Ausdehnung. Die Keilbeinhöhlen folgen nach dem 3.-6. Lebensjahr, die Kieferhöhlen entwickeln sich erst allmählich mit dem Durchbruch der bleibenden Zähne ab dem 7. Lebensjahr.

Akute Entzündungen

Bei Infekten kommt es zu Schwellungen der Schleimhäute mit Sekretabsonderungen, bei bakteriellen Infekten zu eitriger Sekretion, Kopfschmerzen, verstopfter Nase, Riechminderung und Druck über den Nebenhöhlen. Akute Entzündungen werden konservativ, z.B. mit abschwellenden Sprays und (bei bakteriellen Entzündungen) Antibiotikum behandelt.
Aufgrund ihrer engen Nachbarschaft zu den Zähnen kann eine Kieferhöhlenentzündung auch Zahnschmerzen verursachen. Umgekehrt können Zahnentzündungen zu Kieferhöhlenentzündungen führen. Aufgrund der Nähe der Kieferhöhle zu den Oberkieferzähnen kommt es bei Zahnproblemen (Entzündung, Wurzelgranulome, Fisteln) immer auch zur Mitentzündung der Kieferhöhlen mit einseitiger eitriger Sekretion. Hierbei kann unterstützend eine Fensterung der Kieferhöhle bei fehlender Besserung durch abschwellende Maßnahmen und Antibiotikum erfolgen, es muss aber auch immer der Zahnfokus durch den Zahnarzt oder Kieferchirurgen saniert werden.
In seltenen Fällen kann es im Rahmen einer akuten Entzündung zu Komplikationen mit Beteiligung der Augen (Lidschwellung, Bewegungsstörungen, Doppelbildern, Sehstörungen, Verlagerung des Auges, Erblindung!) kommen. Die Entzündung kann durch die Schädelbasis ins Schädelinnere vordringen (Hirnhautentzündung, Hirnabszess, Beteiligung der Venenplexus mit Hirnnervenausfällen), mit Schläfrigkeit, Lichtscheu und Nackenschmerzen bzw. Nackensteifigkeit einhergehen oder die umgebenden Knochen angreifen (Stirnbeinentzündung). In diesen schweren, im Extremfall lebensbedrohlichen Fällen muss oft zusätzlich zur konservativen Therapie notfallmäßig eine operative Intervention erfolgen.
Die Zugänge zu den Nebenhöhlen, die natürlichen Fenster, sind sehr eng. Bei Patienten, die immer wieder, mehrfach im Jahr mit akuten Entzündungen Probleme haben, ist eine Fensterung der Nebenhöhlen mit Verbesserung der Drainage angezeigt.

Chronische Entzündungen

Bei beständigen Problemen der Nasennebenhöhlen mit Nasenatmungsbehinderung, Schleimfluss, Riechstörung und Druck über den Nasennebenhöhlen sollte eine Bildgebung mittels Computertomografie erfolgen. Bei vielen Patienten bildet die Schleimhaut glasige Wucherungen, so genannte „Polypen“. Warum manche Patienten diese Polyposis der Nase bilden ist noch nicht geklärt. Häufig findet man sie bei Patienten mit Allergien, Asthma bronchiale, angeborenen Schleimhauterkrankungen (z.B. Mukoviszidose) und Patienten, die keine nicht-steroidalen Antirheumatika vertragen (so genannte „ASS-Intoleranz“). Bei diesen Patienten sollte eine konservative Therapie mit cortisonhaltigem Nasenspray erfolgen, bei schlimmen Beschwerden kann auch eine orale Cortison-Therapie für eine kurze Zeitspanne mit Tabletten erfolgen. Der Patient selbst sollte die Nase regelmäßig spülen und die Schleimhaut pflegen, Sole und Inhalationen wirken sich positiv aus.
Scheitern die konservativen Maßnahmen ist eine operative Therapie angezeigt. Hierbei werden Polypen entfernt und die Zugänge zu den Nebenhöhlen erweitert. Oft ist es leider so, dass sich trotz Weitergabe von kortisonhaltigem Nasenspray wieder Polypen bilden und die Patienten erneut Beschwerden bekommen.

Tumoren der Nasennebenhöhlen

Bei einseitigen Beschwerden kann es sich um einen Fokus im Bereich der Oberkieferzähne handeln, weswegen hier immer ein Zahnarzt gezielt nach den Zähnen sehen muss. Bei einseitigen Prozessen führen wir zusätzlich zum CT ein MRT der Nebenhöhlen durch. Bei einseitiger Nasenatmungsbehinderung, eitriger Sekretion oder gar einseitigen Blutungen aus der Nase oder äußeren Formveränderungen des Oberkiefers und der Nase muss auch an einen Tumor gedacht werden. Diese können gutartig oder bösartig sein. Bei den gutartigen Tumoren finden sich oft sogenannte invertierte Papillome. Diese sind sehr rezidivfreudig, weswegen sie genauso wie bösartige Tumore radikaler operiert und nachkontrolliert werden müssen. Eine weitere gutartige Tumorart sind die juvenilen Angiofibrome, die im Nasenrachen und Rachendach lokalisiert sind und typischerweise nur beim männlichen Jugendlichen nach dem 10. Lebensjahr auftreten.  Diese sind sehr gut durchblutet, so dass meist präoperativ eine Darstellung und der Verschluss der speisenden Gefäße erfolgen muss. Durch ihr verdrängendes Wachstum können auch gutartige Tumoren Probleme verursachen. In den Nebenhöhlen sind leider auch bösartige Tumoren nicht selten. Die Exposition mit Holzstäuben (Buche, Eiche) kann bei Schreinern, Parkettlegern, etc. zu Adenokarzinomen führen. Man findet sie so häufig, dass sie für diese Berufsgruppe als anerkannte Berufskrankheit gelten. Es finden sich aber auch andere bösartige Tumoren oder Metastasen. Eine operative Therapie ist hier je nach Ausdehnung nötig, je nach Tumorart ggf. auch eine Nachbestrahlung oder Chemotherapie sowie eine lebenslange Nachsorge. Bei Durchbruch Richtung Schädel arbeiten wir mit den Neurochirurgen zusammen im Rahmen unseres Schädelbasiszentrums. Nach der Operation werden Tumoren regelmäßig klinisch und mit Bildgebung nachkontrolliert.

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