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MONIKA SCHNELL. WENN ES MIT EINEM MAL VON NULL AUF HUNDERT GEHT

Für Monika Schnell, Krankenschwester in der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin, zählen Präzision, Sicherheit, perfekte Leistung und Mitgefühl

„Ich mag meine Arbeit. Auch all das Technische. Ich mag es, wenn es mit einem Mal von Null auf Hundert geht. Das Adrenalin. Aber auch die Präzision. Dass jeder Schritt stimmt und im ganzen Team abgestimmt ist, denn wir bringen immer nur eine Leistung als Team. Gemeinsam. Damit die perfekt ist, haben wir Standards. Die sind unverzichtbar. Sie bringen ein Höchstmaß an Sicherheit. Wir haben keine Zeit, etwas zu suchen. Wenn einer von uns mitten in der Arbeit tot umfallen sollte, weiß der Kollege sofort, an welcher Stelle im Ablauf der andere war und wo er weitermachen muss. Anästhesie bedeutet, gut vorbereitet zu sein. Wir müssen rechnen. Da nutzt es nichts, wenn ich unruhig werde“, sagt Monika Schnell.

Sie ist Krankenschwester in der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin, die von Prof. Dr. Clemens-Alexander Greim geleitet wird und der das Rettungszentrum angegliedert ist. Mit mehr als 50 Ärztinnen und Ärzten und 80 Pflegenden ist sie die größte Fachabteilung im Haus. Monika Schnell stammt aus Norddeutschland. 1984 legte sie ihr Staatsexamen ab. Ein Jahr lang arbeitete sie in der Notaufnahme eines großen Hamburger Krankenhauses. Dann kam sie ans Klinikum Fulda, war zunächst in der Neurochirurgie, bekam zwei Kinder, passte ihre Arbeitszeit flexibel an, um später wieder voll einzusteigen und frisch durchzustarten.

Macherin mit Mitgefühl

Sie war schon immer eine Macherin, sagt sie, aber mit Mitgefühl. Sie erzählt: „Mit Anfang 20, als ich im Krankenhaus angefangen habe, bin ich schon mal heulend nach Hause gegangen, denn ich habe die Dinge mitgenommen. Die Intensivstation war sehr belastend, da liegen die Patienten lange und sind sehr krank. Da bauen wir als Pflegende mehr als jede andere Berufsgruppe Beziehungen zu den Patienten und deren Angehörigen auf. Oft habe ich mich gefragt, ob ich für die Menschen in dieser Ausnahmesituation – und immer wieder auch in den letzten Stunden des Lebens – genug Empathie entwickele. Für Menschen da zu sein, die in einer Ausnahmesituation sind, kostet immens Kraft, und das im Schichtdienst zu jeder Tages- und Nachtzeit. Schließlich wechselte ich in die Anästhesie. Natürlich haben wir es auch hier oft mit schwerkranken Menschen zu tun, die wir während der Operation begleiten. Aber dort bin ich nicht ganz so nah am Schicksal des Patienten und seiner Familie. Und mittlerweile habe ich mir klargemacht: Es ist nicht mein eigenes Schicksal. Mit dieser Distanz fällt es mir leichter, mit unseren Patienten gut zu arbeiten.“

Vielseitiger Einsatz

Monika Schnell arbeitet – wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen der Anästhesiepflege – in mehreren Bereichen dieser Klinik. Im Zentral-OP, wo Patienten routiniert in Narkose operiert werden, aber auch im Reanimations- Team, dessen Einsätze im Klinikum zum Alltag gehören. Sie ist Teil des Traumateams, dessen Ärzte und Pflegekräfte aus der Notaufnahme, der Unfallchirurgie, der Anästhesie, der Radiologie und weiteren Fächern oft Menschen mit schwersten Verletzungen versorgen. Das Klinikum Fulda zählt als überregionales Trauma-Zentrum zu den führenden Kliniken in Deutschland. „Wir versorgen die polytraumatisierten Patienten mit ihren vielfältigen Verletzungen in einem Radius von bis zu 100 Kilometern“, berichtet Monika Schnell: „Wir arbeiten im Traumateam dann sehr konzentriert und häufig über viele Stunden. Medikamente aufziehen, eine Intubation vorzubereiten, Blutgasanalysen machen, Blutkonserven zu organisieren und vieles mehr, das ist mein Job im Team. Alles hat seinen Platz, und jeder Ablauf seinen Standard, alle arbeiten hochprofessionell, jede Minute zählt.“

Rasche Versorgung von Schlaganfallpatienten

Auch in der DSA (Digitale Substraktionsangiographie) der Radiologie, wo Schlaganfallpatienten rasch versorgt werden müssen: „Ich habe nur wenig Zeit, um den Notfallarbeitsplatz einzurichten, die Geräte zu checken, und die Narkose vorzubereiten. Auch hier kommt es auf jede Minute an, wenn der Neuroradiologe einen Katheter von der Leiste über die Bauchschlagader und die Carotis direkt in die Hirnarterien schiebt, um das Blutgerinnsel zu entfernen, das den Schlaganfall verursacht hat.“

Eines der besten Perinatalzentren für Frühgeborene

„Ich bin dabei, wenn eine Narkose für eine Sectio, einen Kaiserschnitt, gebraucht wird“, berichtet Monika Schnell: „Zu uns kommen viele Mütter, deren Schwangerschaft schwierig verläuft, weil wir eines der besten Perinatalzentren für die Frühgeborenen in ganz Deutschland haben. Diese Kinder werden häufiger mit einem Kaiserschnitt entbunden als bei einem normalen Verlauf der Schwangerschaft.“

Akutschmerzdienst am Klinikum Fulda

Eine Aufgabe, die Monika Schnell besonders am Herzen liegt, ist ihre Arbeit als so genannte „Pain-Nurse“. Dafür hat sie sich in einer berufsbegleitenden Fachweiterbildung qualifiziert. Den „Akutschmerzdienst“ am Klinikum Fulda hat sie mit aufgebaut. Das Lindern des Schmerzes sei barmherzig, sagt Monika Schnell, und werde von allen, von Kindern und Alten, Menschen mit Demenz und Patienten in der Palliativbehandlung, als Erlösung empfunden. „Der Schmerz ist zehrend. Chronische Schmerzpatienten, die über lange Zeit am Schmerz leiden, sind davon gezeichnet und zermürbt. Diese Menschen sind müde vom Schmerz, der nicht nachlassen will. Darum schule ich Ärzte und Pflegende im Umgang mit den Schmerzpumpen, die lindernde Medikamente über lange Zeit in richtiger Dosierung verabreichen. Das Gerät zu erklären ist das eine, was aber die Linderung des Schmerzes für den Patienten bedeutet, ist das, was wirklich zählt.“ Monika Schnell ist dem Klinikum dankbar, dass ihre Ausbildung zur Pain-Nurse finanziert wurde. Auch dass die aktuellen Artikel aus den besten Fachzeitschriften der Krankenschwester in der Anästhesie im Intranet des Klinikums zur Verfügung stehen: „Ich finde das toll. Es ist ein Angebot, das ich nutze. Auch wir als Anästhesiepfleger müssen uns belesen in der medizinischen Bibliothek, wenn wir in der Schmerztherapie und in der Hochleistungsmedizin arbeiten. Das Tempo ist so hoch, wir kommen sonst nicht mit.“

Jeden Tag neue Situationen

Monika Schnell sagt: „Ich bin wirklich gerne hier. Und ich bin im Betriebsrat, nicht um zu meckern, sondern um mich einzubringen. Das ist eine tolle Kombination. Ich erlebe jeden Tag neue Situationen. Ich weiß, dass jeder Tag anders werden wird, und ich fände es furchtbar, wenn ich dreißig Jahre jeden Tag dasselbe machen müsste.“ Sie freut sich auf das INO-Zentrum, auf den neuen Zentralen OP mit den 14 Operationssälen, die nach neusten Gesichtspunkten auch für Ergometrie der Mitarbeiter konzipiert wurden: „Ich fand es gut, dass wir uns als Mitarbeiter aktiv in Planung einbringen konnten. Da ist kein OP, der von Theoretikern am grünen Tisch geplant wurde.“ Und auch vom neuen Simulationszentrum, das im 5. Obergeschoss des INO-Zentrum seine neue Heimat finden wird, ist Schnell begeistert. „Da werden wir fit gemacht für den Dienst und machen Anästhesisten aus ganz Deutschland fit für das Notfallmanagement. Und das ist gut so.“

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