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BEATE MEWIßEN.
ZUM LEBEN HELFEN, ZUM HELFEN LEBEN

Beate Mewißen ist die Zufriedenheit ihrer Patienten wichtig: „Wenn wir uns gegenseitig anerkennen, verstehen und vertrauen, die Patienten sich gut informiert und betreut erleben, dann spüre ich Erfüllung und Wertschätzung.“

„Egal, wo sie mich hinstecken“, sagt Beate Mewißen, „ich bin eine Aktive.“ Diese Eigenschaft hat die Krankenschwester bis in die Position der Stationsleitung der Urologie im Klinikum Fulda geführt, und mit dem Umzug in das INO-Zentrum, wächst ihre Verantwortung abermals.

Mehr Verantwortung bei steigenden Anforderungen der Gesellschaft

Die zwei urologischen Stationen des Klinikums Fulda werden vereint und finden im 4. Obergeschoss des INO-Zentrums ihre neue Heimat. Die Zahl der Bettplätze, für die Beate Mewißen verantwortlich ist, steigt von 38 auf 68 und die Zahl der Mitarbeiter von 20 auf 35. Der Anspruch, dass sich der einzelne Patient gut versorgt fühlt, bleibt. Die Ansprüche der Patienten wachsen mit dem Wandel in Gesellschaft und Medizin immer weiter, ist Beate Mewißen überzeugt.

Die Patienten werden immer älter

Die Antwort darauf sieht sie im INO-Zentrum verwirklicht: „Räumlich“, versichert die Stationsleitung, „haben wir auf jeden Fall bessere Möglichkeiten. In einer Zeit, da es keine Großfamilien und immer mehr allein lebende Menschen gibt, wollen die Menschen auch im Krankenhaus lieber in Zweibettzimmern liegen mit Dusche und Toilette im Zimmer. Die Patienten werden immer älter, sie leiden an mehreren und schwereren Krankheiten. Wir haben behindertengerechte Zimmer auf der neuen Station und mehr Lagerraum für Hilfsmittel wie Rollstühle, Nachtstühle und Infusionsständer. Im Laufe eines immer längeren Lebens nimmt die Zahl der resistenten Keime zu, mit der die Menschen im Alltag leben, und die sie mit ins Krankenhaus bringen. Wir haben nun Zimmer mit Schleusen, denn wir müssen uns jedes Mal beim Betreten und Verlassen eines Zimmers, in dem ein Patient mit einem resistenten Keim liegt, umkleiden und desinfizieren. Das erfordert Raum und in der Summe eines Tages sehr viel Zeit. Die Doppelzimmer können wir auch als Einzelzimmer nutzen, denn wir müssen immer häufiger einzelne Patienten isolieren.

Intermediate Care-Station

Die Anbindung an die Operationssäle, an die neue, immer wichtiger werdende Intermediate Care-Station als Mittelglied zwischen Normal- und Intensivstation und an den Aufwachraum wird dank kurzer Wege immer enger. Und auch der großzügige Zuschnitt der Zimmer und Arbeitsbereiche, die moderne Ausstattung und der weite Blick aus den Fenstern, gefällt Beate Mewißen. „Bisher haben unsere Patienten die technischen Anlagen auf dem vorgelagerten Dach betrachten können, jetzt blicken sie über ganz Fulda.“ Beate Mewißen hat analytischen Verstand. Mathematik und Chemie waren ihre Leistungskurse am Gymnasium, und nach dem Abitur im Jahr 1982 wollte die junge Frau aus der württembergischen Winzerfamilie „etwas Praktisches machen“. Es war nicht einfach, einen Ausbildungsplatz in der Krankenpflege zu finden, denn Abiturienten wurden damals häufig abgelehnt, weil viele von ihnen am Ende doch studieren wollten. Beate Mewißen absolvierte in der Wartezeit auf die Ausbildung ein Praktikum und einen Vorbereitungskurs, „um die evangelische Prägung“ ihres künftigen Arbeitgebers, des Diakonieklinikums Stuttgart, besser zu verstehen. Von der Evangelischen Kirche und der aktiven Jugendarbeit im CVJM war sie ohnehin geprägt. Heute singt sie in der Kantorei der Christuskirche in Fulda, „um abzuschalten“, indem sie ihre Konzentration schärft und die Atemtechnik trainiert, „um die Spannung zu halten für die schönen Töne“. Perfektion in der Sache, Ehrgeiz in der Erfüllung der Aufgabe und zugleich Bescheidenheit im Auftreten sind ihre Tugenden. Über die zahlreichen Qualifikationen, die sie im Beruf erworben, und die Preise, die sie in ihrem Fach gewonnen hat, spricht sie nicht. Ihrem Ehemann, einem Arzt, folgend, kam sie über Bad Berleburg in Wittgenstein 1999 nach Fulda.

Die umfassende Veränderung in ihrem Beruf, die für den Wandel in der Medizin steht, schildert Beate Mewißen eindrücklich. Noch in den 1980er Jahren standen die Ordnung und Sauberkeit in der Pflege im Vordergrund, die Zuwendung zum Patienten, das Waschen und Betten der Patienten, das Wischen der Nachtschränkchen.

Spezialisierung in den 1990er Jahren

In den 1990er Jahren veränderte der medizinische Fortschritt den Alltag. Mit Hilfe neuer technischer und pharmakologischer Möglichkeiten wie bildgebenden Verfahren und der Chemotherapie konnte schwer kranken Menschen geholfen werden, die zuvor nicht überlebt hätten. Das Waschen und Wischen hörte nicht auf, aber die Pflege spezialisierte sich zunehmend – etwa auf die Wundpflege.

Neues Abrechnungssystem in den 2000er Jahren

In den 2000er Jahren veränderte das neue Abrechnungssystem die Krankenhäuser. Die Kliniken werden seither nicht mehr nach Pflegetagen bezahlt, sondern mit Pauschalen,  die von der Diagnose und der durchgeführten Operation abhängen. Die Arbeit wurde dichter. Die gut ausgebildeten Pflegenden wurden von den bisherigen Tätigkeiten teilweise entlastet, und konzentrierten sich auf die immer differenzierteren Aufgaben. Immer mehr Patienten wurden in immer kürzerer Zeit medizinisch erfolgreich behandelt.

Perfektionierung in den 2010er Jahren

In den 2010er Jahren wurden die Prozesse weiter perfektioniert. Wundmanagement und Diabetesberatung, um nur zwei Beispiele zu nennen, gewannen ebenso an Bedeutung wie die Koordination für den Patienten im Verlauf der Versorgung nicht nur im Klinikum, sondern auch vor und nach dem immer kürzer werdenden Krankenhausaufenthalt. „Die Pflegenden werden zum Manager des Patienten im Krankenhaus“, beschreibt Beate Mewißen den Rollenwandel. In den 2020er Jahren werde die Medizin und die Pflege auch auf der Urologie immer weiblicher und das Krankenhaus werde immer mehr der Ort, „wo man sich wohl fühlen darf“, verweist Beate Mewißen auf den Neubau.

Zusätzliche und enger vernetzte Abteilungen

„Früher“, sagt die Stationsleiterin, „blieb ein Patient zwei bis drei Wochen auf der Urologie, heute sind es meist nur drei bis vier Tage. In der Frühschicht waren es früher sieben examinierte Fachkräfte für 30 bis 40 Patienten, heute sind es drei oder vier, und sie betreuen Patienten mit komplexeren Leiden. Aber die Krankenschwestern haben auch mehr Assistenzpersonal. Früher hatten wir beispielsweise nur eine Röntgenabteilung. Heute haben wir zusätzlich die Radiologie, die Strahlentherapie, die Angiologie und noch viel mehr, und alle Abteilungen sind untereinander im Dienst am Patienten viel enger vernetzt.“ Beate Mewißen nennt die „Komplexität und Leistungsverdichtung“, die damit für alle in einem Klinikum einhergeht, beim Namen, um in einem Satz fortzufahren: „Sie sind Ausdruck der gestiegenen Qualität und Auslastung.“ Ohne Frage seien die größeren Möglichkeiten in Diagnostik und Therapie besser für die medizinische Behandlung des Patienten, „aber beim Blick auf den ganzen Menschen ist die Aufsplitterung schlechter, denn es werden vielfach nur Teilbereiche wahrgenommen.“

Weniger Technik, mehr Lebensqualität

Ihre christliche Prägung hat Beate Mewißen auch in einem kommunalen Haus nicht abgelegt: „Zum Leben helfen, zum Helfen leben“ zitiert sie eine Maxime aus der Diakonie: „Ich möchte auch, dass das nicht verloren geht. Manchmal ist weniger Technik mehr Lebensqualität.“ Die Managerin bekennt sich zu ihrer klassischen Rolle: „Der Krankenschwester Beate ist die Zufriedenheit ihrer Patienten wichtig. Wenn wir uns gegenseitig anerkennen, verstehen und vertrauen, die Patienten sich gut informiert und betreut erleben, dann spüre ich Erfüllung und Wertschätzung.“ Dafür gebe es auf der von Prof. Dr. Tilman Kälble geleiteten Urologie im Klinikum Fulda die besten Voraussetzungen: „Wir haben ein gutes Miteinander  von Ärzten und Pflege. Das ist nicht selbstverständlich. Wir haben das gute Miteinander aus Tradition heraus, und dies wird auch vom Chefarzt her gelebt.“

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