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SANDRA ROSENBERGER-HEIM. DISZIPLIN, RESPEKT UND IMMER BEREIT

Sandra Rosenberger-Heim leitet im Klinikum Fulda das OP-Team der Urologie: „Schnell und flexibel müssen wir sein“

Sandra Rosenberger-Heim hat Disziplin, Achtung vor dem Gegenüber und den 3. DANschwarzen Gürtel in Taekwondo. Seit 1982 beherrscht sie „die Kunst der waffenlosen Selbstverteidigung im Vollkontakt“, und ist Kampfrichterin auf Bundesebene. Ihr Händedruck ist sanft, sie handelt und spricht überlegt, und sie macht einen selbstsicheren Eindruck – im Sport, im Alltag und im Beruf.

Sportlich war Sandra Rosenberger-Heim immer.

Fußball und Leichtathletik zählten zu ihren Leidenschaften, und eigentlich, erzählt sie, „wollte ich zur Polizei“. Aber als Frau durfte sie erst mit 18 Jahren in den früheren Traumberuf, und schon im Alter von 15 Jahren hatte sie das Krankenhaus in der Rolle der Patientin kennengelernt. In ihrer Heimatstadt Schlüchtern wurde der Schülerin der Blinddarm entfernt. „Ich habe damals den Stationsbetrieb kennengelernt -und auch viel im OP gesehen. Die waren alle so nett zu mir. Da dachte ich mir: Das schaue ich mir näher an.“ Bald darauf, im Jahr 1984, begann sie die Ausbildung zur Krankenschwester.

Von der Chirurgischen Unfallambulanz, über Krankenschwester im Funktionsdienst zur OP-Leitung

Nach dem Examen arbeitete Sandra Rosenberger-Heim zunächst in Schlüchtern in der Chirurgischen Unfallambulanz und absolvierte nebenbei den Stationsleitungskurs. 1996 hospitierte sie für einen Tag in einem OP-Saal des Klinikums Fulda. Dort war eine Stelle im OP-Team der Urologie zu besetzen. Von 1999 bis 2001 qualifizierte sich Sandra Rosenberger-Heim berufsbegleitend zur Krankenschwester im Funktionsdienst.

Seit 2002 leitet sie im Klinikum Fulda das OP-Team in der Urologie (URO). 2011 wurde ihr Team um die Gynäkologie (GYN) erweitert. Neben dem Team URO-GYN gibt es im OP des Klinikums Fulda noch jeweils ein Hals-Nasen-Ohren-(HNO) und Neurochirurgie-Team, eines für Unfallchirurgie und Orthopädie, für die Herz-Thorax-und Gefäßchirurgie und ein Team AVC für die Abdominal-und Viszeralchirurgie.

Wir streben immer mehr Standardisierung an.

„Es gibt Abweichungen zwischen der Arbeitsweise bei den verschiedenen OPs, aber jede OP ist für sich standardisierbar.
Wir streben immer mehr Standardisierung an. Und wir werden im Personaleinsatz immer variabler. Als Pflegeteam im OP können wir heute in jedem Saal eingesetzt werden, zumindest als Springer für den nicht-sterilen Bereich, wenn auch nicht bei jeder OP als Instrumentierer“, schildert Sandra Rosenberger-Heim die Veränderung hin zu mehr Flexibilität und Sicherheit durch bessere Standards.

Der „Springer“ unter den Pflegenden im OP-Team ist „unsteril“. Er hilft bei der Lagerung des Patienten und öffnet die Container und Packungen, in denen die sterilen Instrumente und Sterilgüter angeliefert werden. Der „Instrumentierer“ ist „steril“. Er berührt nur sterilisierte Instrumente und Materialien, die er dem Operateur anreicht.

Mehr Vielfalt durch das neue INO-Zentrum

Sechzig bis siebzig Patienten werden täglich im Klinikum operiert – vom Knochenbruch bis zur Tumorchirurgie reicht das Spektrum und von der Korrektur eines Hodenhochstands oder einer Phimose bei einem Kleinkind bis zur Nachbildung einer neuen Blase aus einem Teil des Darms, wenn das eigentliche Organ wegen Blasenkrebs entfernt worden ist.  Mit dem Umzug in den neuen OP-Trakt, in dem die Teams von nun an im Neubau des INO-Zentrums operieren, ist abermals mehr Vielfalt gefordert.

Es gibt keine Nacht, in der nicht operiert wird

Operiert wird in allen Sälen im Zwei-Schicht-Betrieb minutengenau von 7:30 bis 15:42 Uhr und von 11:22 bis 19:34 Uhr. Der Bereitschaftsdienst reicht von 19:34 bis 7:30 Uhr und am Wochenende geht er über 24 Stunden. „Es gibt keine Nacht, in der nicht operiert wird“, sagt Sandra Rosenberger-Heim.

Es ist schön, Menschen zu helfen

„Ja“, fährt sie fort, sie arbeite sehr gern: „Ich habe Freude an der Arbeit, einen sehr guten Chef, und ein gemischtes Team aus Männern und Frauen, jüngeren und älteren Kollegen. Ich schätze die Vielfalt, und ich darf die Abläufe mitbestimmen. Es ist schön, Menschen zu helfen. Es tut gut, dass sie Vertrauen in uns haben, sich von uns helfen lassen,“ sagt Rosenberger-Heim. „Ich arbeite gern im OP. Wir arbeiten gut zusammen, auch die Teams von Chirurgie und Anästhesie. Wir sind eben ein OP-Team: „Wenn der Patient keine Narkose bekommt, kann der Chirurg nicht operieren und keine OP-Schwester müsste ihm Instrumente anreichen“.

Der Beruf ist wie für die Krankenschwester geschaffen: „Schnell und flexibel müssen wir als Pflegeteam im OP sein, etwa wenn ein blutendes Gefäß mit einer Naht zu verschließen ist. Ich persönlich sehe vieles voraus. Wenn man die Abläufe kennt, weiß man, was der Operateur als nächstes benötigt. Es ist ein  vorausschauendes, ein sehr strukturiertes Arbeiten.“

Wertschätzung der Kompetenz und des Talents

Professor Dr. Tilman Kälble, der die Klinik für Urologie und Kinderurologie leitet, wisse die Kompetenz und das Talent seiner Mitarbeiter zu schätzen, sagt Sandra Rosenberger-Heim: Als einer der Verantwortlichen hat er die ,Teamakademie‘ für das urologische Assistenzpersonal, die an die Deutsche Gesellschaft für Urologie angegliedert ist, gefördert. Professor Dr. Kälble sorgte dafür, dass die Pflege in die Fortbildung integriert wurde und dort eine aktive Rolle wahrnimmt. Das finde ich gut. Früher referierten dort nur Ärzte vor den Pflegenden. Jetzt bin ich in der Rolle der Referentin und Moderatorin. 2006 habe ich dafür den ‚Wolfgang Knipper Preis‘ erhalten. Die Pflege ist eine sehr große Berufsgruppe im Gesundheitswesen, und sie hat sich bisher nie selbständig machen können. Hier im Haus aber, im Klinikum Fulda, spüren wir, dass wir einen hohen Stellenwert haben. Und auch außerhalb des Klinikums erkennen die Leute meine Arbeit an. Sie sagen: Das, was Du tust, das könnte ich nicht.“

Die Arbeit im OP ist technischer geworden

Die Arbeit im OP, blickt Sandra Rosenberger-Heim zurück, sei technischer geworden: „Ich bin auch die Medizinprodukte-Beauftragte, weise neue Mitarbeiter in die Geräte ein. Ich stelle die Geräte ein, überprüfe ihre Funktionen. Das ist anspruchs- und verantwortungsvoll. Wir arbeiten hier schließlich mit Röntgen- und Laserstrahlen. Ich schule andere, denn das Wissen muss vermittelt werden. Das technische Niveau, das wir in der Funktionspflege beherrschen müssen, ist sehr hoch geworden.“ Das wird im neuen OP-Trakt des INO-Zentrums weiter steigen, ist Rosenberger-Heim überzeugt. „Die neuen OP-Säle sind großzügig, hell und modern. Das ganze Team freut sich auf den Umzug, auch wenn es erst mal mehr Arbeit bedeutet, sich mit den neuen Gerätschaften vertraut zu machen.“ Ihr ganzer Alltag, beschreibt ihn Sandra Rosenberger-Heim, sei „sehr abwechslungsreich. Und meinen Sport betreibe ich als Ausgleich. Fitness, das macht man ja sowieso. Ich bin aber auch Übungsleiterin im Reha-Sport. Langweilig war mir noch nie.“

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