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Minimal-invasive Bypass-Operation (TCRAT):
Nur ein kurzer Schnitt zwischen der 4. und 5. Rippe

Die minimal-invasive Bypass-Operation verbindet die validierten Erfolge des klassischen Eingriffs am offenen Herzen (konventionelle Bypass-Operation) mit den Vorzügen eines wesentlich schonenderen minimal-invasiven Eingriffs ohne einen Verlust an Sicherheit für den Patienten.

In 2019 wurde von Prof. Dr. Dörge und seinem Team in der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie die neue Operationsmethode nach Oleksandr Babliak (Kiev), die sog. TCRAT (Total Coronary Revascularization via left Anterior Thoracotomy), erstmals in Deutschland durchgeführt und seitdem regelmäßig praktiziert. Damit gilt Prof. Dörge als erster Herzchirurg in Deutschland, der über ein solches Maß an Erfahrung und Wissen mit dieser Technik verfügt, dass bereits weit mehr als die Hälfte aller geplanten Bypassoperationen am Klinikum Fulda minimal-invasiv ausgeführt werden.

Die Operation

Bei der minimal-invasiven Bypass-Operation (TCRAT) wird das Brustbein nicht aufgesägt, um den uneingeschränkten Zugang zum Herzen zu ermöglichen. Das OP-Team eröffnet den Brustkorb lediglich zwischen der 4. und 5. Rippe unterhalb der Brust auf einer Länge von 6 bis 8 Zentimetern. Knochen werden nicht zersägt. Die Schläuche der Herz-Lungen-Maschine werden peripher über die Leiste des Patienten und eine seiner Armarterien in den Körper geschoben. Der Operateur legt durch die kleine seitliche Öffnung am Brustkorb drei Schlingen am Herzen an, davon jeweils eine um die Hauptschlagader, die Lungenvene und die Hohlvene. Nun kann der geschulte und in dem neuen Verfahren trainierte Chirurg das Herz mit Hilfe der Schlingen innerhalb des Brustkorbs etwas drehen und in die jeweils optimale Position bringen, um alle Stellen am Herzen – auch an der Herzhinterwand – zu erreichen, die er mit dem Finger ertasten und zum Legen des Bypass direkt vor Augen haben muss. Der Operateur kann nun die identische, lang bewährte Technik zum Aufnähen des Bypasses auf das Herzkranzgefäß verwenden wie bei der konventionellen Bypassoperation, ohne Verzicht auf chirurgische Präzision und Sicherheit. Sollte es im Verlauf der Operation zu Komplikationen kommen, kann die bewährte Sternotomie (Durchtrennung des Brustbeins) immer noch angewandt werden.

Nach der Operation

Die wesentlichen Vorteile der neuen Operationsmethode werden dadurch erreicht, dass eine Durchtrennung des Brustbeins vermieden wird. Die Stabilität des Brustkorbs ist bereits direkt nach der Operation vollständig erhalten. Dadurch gelingt eine frühe Mobilisation wesentlich besser, das wichtige Abhusten und tiefe Durchatmen in den ersten Tagen nach dem Eingriff fallen leichter. Die Patienten können nach der minimal-invasiven Bypass-OP sogleich die Arme über den Kopf heben, was nach der Sternotomie für 12 Wochen nicht möglich ist, um das Einwirken von Scherkräften auf das zersägte und mit einem speziellen Draht wieder verschlossene Brustbein zu vermeiden. Somit kommen die Patienten nach der minimal-invasiven Operation deutlich schneller zurück in den Alltag. Nicht zuletzt wird das Risiko einer seltenen, aber gefürchteten Wundheilungsstörung des Knochens vermieden.

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