Seite übersetzen

Telefon der Zentrale

(0661) 84 - 0

Telefon der Notaufnahme

(0661) 84 - 6147

Pacelliallee 4, 36043 Fulda
Anfahrt planen

Medizinische Klinik I

Herzklappenerkrankungen

Herzklappen sind Ventile, die dafür sorgen, dass das Blut nur in einer Vorwärtsbewegung in unserem Körper zirkuliert. Erkranken die Herzklappen, können sie entweder zu eng (Stenose) oder undicht (Insuffizienz) werden. Je nachdem welche Herzklappe betroffen ist oder wie sich der Defekt präsentiert, kann die Klappe repariert (Rekonstruktion) werden. Ist eine Wiederherstellung nicht möglich, erfolgt der Ersatz der erkrankten Herzklappe mit bio-logischen Klappen oder mechanischen Herzklappenprothesen. Am häufigsten sind die beiden Herzklappen des linken Herzens von Herzfehlern betroffen: die Aortenklappe und die Mitralklappe.

Behandlung im interdisziplinären Herz-Team – Diagnostik und Therapie von Herzklappenerkrankungen
Die Behandlung von Herzklappenerkrankungen ist heutzutage eine interdisziplinäre Aufgabe. Am Herz-Thorax-Zentrum arbeiten Spezialisten der Kardiologie, der Herz- und Thoraxchirurgie und der Anästhesie als Herz-Team eng zusammen und bieten damit ein modernes interdisziplinäres Diagnostik- und Therapiekonzept nach den Richtlinien der Europäischen und Deutschen Gesellschaft für Kardiologie an. Sollte eine medikamentöse Therapie nicht ausreichen, wird in unseren interdisziplinären Klappenkonferenzen eine optimale Lösung besprochen und beurteilt, ob eine Klappenoperation oder ein modernes interventionelles Verfahren in Frage kommt. Die minimal-invasiven Behandlungen in unserem Hybrid-Labor werden gemeinsam durch Ärzte der Kardiologie und der Herzchirurgie durchgeführt.

Minimal-invasive Therapie der Aortenklappenstenose (TAVI) – Einsetzen eines Aortenklappenstents mittels Katheterverfahren
Das Herz-Team am Herz-Thorax Zentrum verfügt über eine langjährige Expertise in der Behandlung von erworbenen Herzklappenfehlern. Neben konventionellen und minimal-invasiven operativen Verfahren zur Rekonstruktion und zum Ersatz von Herzklappen werden seit 2010 insbesondere Transkatheter-Aortenklappen-Implantationen – kurz TAVI – am Herz-Thorax-Zentrum durchgeführt. Bei diesem Verfahren wird der Herzklappenersatz über einen kleinen Zugang mittels Katheter i.d.R. über die Leistenarterie (transfemoral) eingesetzt. In einigen Fällen kommt auch ein Zugang über die Achsel-Armarterie (transaxillär) oder Herzspitze (transapikal) in Frage. Das TAVI-Verfahren wurde für Patienten mit einer hochgradigen Aortenklappenstenose entwickelt, die eine Beseitigung der Verengung benötigen, bei denen jedoch das Risiko eines klassischen Aortenklappenersatzes zu hoch ist oder andere Kriterien für dieses Verfahren sprechen.

DGK-zertifiziertes TAVI-Zentrum
Aufgrund der Komplexität dieser Behandlungsmethode hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) Qualitätsstandards zur Durchführung von Transkatheter-Aortenklappen-Implantationen festgelegt. Das Herz-Thorax-Zentrum stellte sich diesem externen Prüfungsprozess mit großem Erfolg: es ist seit 2017 „TAVI-Zentrum-DGK“ zertifiziert.

 

Minimal-invasive Therapie der Mitralklappeninsuffizienz – Mitralklappen-Clipping
Unser Therapiespektrum beinhaltet auch die Implantation von Clips in eine undichte Mitralklappe. Im Gegensatz zur konventionellen Operation entfällt bei diesem Verfahren eine chirurgische Eröffnung des Brustkorbes – ein Katheter führt den nur wenige Millimeter großen Clip unter Vollnarkose über die Leistenvene zum Herzen und zur undichten Mitralklappe. Dort wird der Clip so platziert, dass er die Klappensegel greift und so zu einer Verminderung der Undichtigkeit führt. Dieses interventionelle Verfahren wählen wir im Herz-Team aus, wenn ein chirurgisches Vorgehen aufgrund eines erhöhten Operationsrisikos bei Patienten mit diversen Nebenerkrankungen oder eingeschränktem Allgemeinzustand nicht infrage kommt.

Spezielle Ausstattung für die Behandlung von Herzklappenerkrankungen – Bildgebung und Hybrid-Herzkatherlabor
Für die Planung von Herzklappentherapien führen unsere erfahrenen Untersucher am Klinikum Fulda alle notwendigen modernen diagnostischen Bildgebungsverfahren (z.B. moderne Echokardiographie mit 3D-Option sowie Computertomographie zur Spezialdiagnostik von Herz und Aorta) durch.
In unserem topmodernen Hybrid-Herzkatheterlabor für die Durchführung von minimal-invasiven interventionellen Herzklappeneingriffen – TAVI und MitraClip – zur Verfügung. Der Hybrid-OP vereint die Vorzüge eines kardiologischen Herzkatheterlabors (modernste Bildgebung) mit den Vorzügen eines herzchirurgischen Operationssaals (strenge OP-Standards) – beides zusammen beste Voraussetzungen zur Durchführung interventioneller Herzklap-peneingriffe. Für den Patienten bedeutet das eine höhere Sicherheit und Qualität der Behandlung.

Verschluß des offenen Foramen ovale (PFO) und von Vorhofseptumdefekten (ASD)
Bei manchen Patienten kann ein Schlaganfall durch ein kleines geöffnetes Ventil in der Vorhof-Scheidewand des Herzens (= offenes Foramen ovale; PFO) verursacht sein. In diesen Fällen besprechen wir zunächst gemeinsam mit den Kollegen der Klinik für Neurologie, ob ein Verschluss des PFO mit einem Schirmchens sinnvoll ist. Wenn anzunehmen ist, dass das PFO mit dem Schlaganfall in Zusammenhang steht, verschließen wir das offene Ventil mit einem passenden Schirmchen im Herzkatheterlabor. Ebenso kann ein komplettes Loch der Vorhofscheide-wand (ASD), welches das Herz belastet, mit dem Katheterverfahren verschlossen werden.

Bleiben Sie mit uns in Kontakt - Ihre Fragen und Anregungen sind uns wichtig!

Jetzt Kontakt aufnehmen →